LED-Lichtsystem von Tridonic und Erventec für Dspace in Paderborn

Dspace Paderborn
Die elliptische Grundform des imposanten über alle Geschosse gehenden Luftraumes im Dspace-Atrium findet sich im Laternengeschoss auf dem Dach wieder.

Erfolgsgeschichten wie die von Dspace in Paderborn werden gerne zitiert. Das Unternehmen entstand 1988 als Ausgründung der Universität Paderborn von Dr. Herbert Hanselmann und weiteren Partnern. Seit dem stellt Dspace erfolgreich mit weltweit 1.400 Mitarbeitern aus 34 Nationen Hard- und Software für die Entwicklung und Tests von Steuergeräten in der Automobil- und Luftfahrtbranche her. Mitte 2006 drohte der ursprüngliche Standort der Zentrale im Paderborner Technologiepark aus allen Nähten zu platzen – ein Neubau musste her und wurde im Jahr 2010 bezogen.
Der Firmensitz in zentraler Lage von Paderborn präsentiert sich offen und lichtdurchflutet. Herzstück des Bauwerks ist das großzügig gestaltete Atrium mit Treppenanlage und zwei gläsernen Aufzügen. Von der Halle her erschließen sich die vier Flügel des X-förmigen Gebäudes mit den Büroflächen. Die elliptische Grundform des imposanten über alle Geschosse gehenden Luftraumes findet sich im Laternengeschoss auf dem Dach wieder.
Genau diese elliptische Grundform stellte die Spezialisten von Erventec und Tridonic vor eine besondere Herausforderung. Denn es galt nicht nur lichttechnische, funktionale und ästhetische Kriterien zu erfüllen, sondern es war auch ein hohes Maß an konstruktiver Intelligenz gefordert. "Wir mussten das neue Leuchtensystem in die vorhandenen, ellipsenförmig verlaufenden Deckenkanäle mit größeren Bautoleranzen installieren", beschreibt Erventec-Chef Andreas Ervens die Aufgabenstellung und der technische Leiter Eberhard Stölzner ergänzt: "Trotz Inhomogenität in der Deckennut sollte der Eindruck von gleichmäßigen, homogenen Lichtlinien entstehen."
Diese haben gleich mehrere Funktionen: Sie dienen als Grundbeleuchtung des Atriums bzw. des Foyers und sorgen gleichzeitig für normgerechtes Licht auf den Verkehrswegen, also den umlaufenden Galerien und Zonen vor den Büroflügeln. Darüber hinaus fungieren sie im Falle eines Stromausfalls als Notlicht, gespeist von einer Zentralbatterie. Letztendlich sind die Lichtlinien zentrales Gestaltungselement für die Innen- und Außenwirkung des Atriums.
Die lichttechnische Lösung für diese vielfältigen Anforderungen wurde in enger Zusammenarbeit mit Tridonic realisiert. Herzstück der Beleuchtung sind zwei verschiedene, lineare LED-Module vom Typ 'Lle advanced' sowie dimmbare LED-Treiber vom Typ 'Lcai 65W'. Die 280 mm langen, rechteckigen LED-Module werden in einer Leuchteneinheit zu einem Polygonzug zusammengesetzt und ergeben durch entsprechend gekrümmte Abdeckungen eine homogene, elliptische Lichtlinie.

Der Clou ist die Anordnung der LED-Module in zwei parallelen Reihen: Während eine Reihe mit 55 mm breiten Platinen, auf denen drei LEDs nebeneinander angeordnet sind, das Licht nach unten gibt, ist die zweite Reihe um 45 Grad gekippt. Das Licht der linearen, 23,6 mm breiten LED-Module wird somit zur Seite abgegeben. Die asymmetrische LED-Anordnung ist notwendig, da die Lichtlinien am inneren Deckenrand der elliptischen Galeriegeschosse verlaufen.
"Die Kombination aus nach unten gerichtetem Licht und seitlich abstrahlenden LEDs erzielt die geforderten Beleuchtungsstärken mit hoher Gleichmäßigkeit", erläutert Gisbert Schubert von Tridonic. "Mit einer Lichtausbeute von bis zu 187 lm/W bieten die LED-Module eine hervorragende Effizienz und mit 50.000 Stunden Lebensdauer eine wartungsfreie, zuverlässige Lösung", so Schubert. Darüber hinaus bietet Tridonic Unterstützung beim Design-in-Prozess und gewährt fünf Jahre Garantie.
Der Entwicklung der Sonderlösung nahm einige Zeit in Anspruch. Da keine Ellipse exakt der anderen gleicht, wurde vom Zentrum des Atriums für jede Etage eine 3D-Laservermessung vorgenommen. Nur so war es möglich, die Krümmung der Abdeckung für jede einzelne Leuchteneinheit in der elliptisch verlaufenden Lichtlinie festzulegen. Die als U-Profil ausgeführte Leuchtenabdeckung aus Pmma steht um 25 mm aus dem Deckenkanal heraus. Auf diese Weise sind die Lichtlinien auch von der Seite sichtbar und konturieren die Galerien.
Anhand von 1:1-Modellen wurde im Vorfeld das Zusammenspiel von LED-Modul und Abdeckung der Leuchte geprüft. So wurden beispielsweise verschiedene Transmissionsgrade der Abdeckung getestet. Auch hat der Musterbau zur Entwicklung eines zusätzlichen Blendschutzes an den Stirnseiten der Leuchteneinheiten geführt. Er verhindert den direkten Einblick auf das Leuchtmittel, der sonst unter einem bestimmten Winkel möglich gewesen wäre.
Insgesamt rund 400 laufende Meter lineare LED-Module und 200 laufende Meter Lichtlinien – das ergibt 158 maßgefertigte Leuchteneinheiten, die bei Dspace verbaut wurden. Sie können werkzeuglos auf dem im Deckenkanal integrierten Trägersystem, das auch die LED-Treiber aufnimmt, montiert bzw. demontiert werden. Mittels Dali kann jede einzelne Leuchteneinheit und somit die komplette Lichtlinie auf jeder Etage gedimmt werden. Die Altanlage aus dem Jahr 2009 bestand aus gebogenen, freistrahlenden Leuchtstoffröhren und verursachte sehr hohe Wartungs- und Wiederanschaffungskosten für die Sonderleuchtmittel. Mit der Erneuerung konnte der Energieverbrauch um die Hälfte gesenkt werden, während die lichttechnische Qualität deutlich verbessert wurde. Die homogen leuchtenden Lichtlinien sorgen für eine normgerechte Beleuchtung, erhöhen die Aufenthaltsqualität und verleihen dem Atrium eine strahlende, repräsentative Anmutung.

Dspace - www.dspace.com
Tridonic - www.tridonic.com
Erventec - www.erventec.com

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