Im Porträt: Rogier van der Heide

Rogier van der Heide: „Vernetztes Licht kann viel besser werden, wenn wir es nur richtig verstehen.“ Foto: Rens van Mierlo
Dass Rogier van der Heide in der Branche gefragt ist, liegt an seinem breiten Tätigkeitsfeld, aber vor allem daran, dass er es versteht, Menschen für Licht zu begeistern. Seine Karriere hat er als Lichtdesigner im Theater in den Niederlanden gestartet. Er trat dann in das Büro von Hans Wolff & Partners in Amsterdam ein, das architektonisches Lichtdesign macht. Mit dem Büro Hollands Licht Advanced Design machte er sich dann selbstständig.
Anschließend, nach rund 10 Jahren, arbeitete er als Lichtdesigner bei Arup und baute die Lichtdesignabteilung auf, die in den acht Jahren seiner Tätigkeit dort von etwa 6 auf 72 Personen anwuchs. Bei Philips wurde er dann Vice President von Philips Design und Chief Design Officer für Philips Lighting und arbeitete rund fünf Jahre an der Fokussierung des Teams auf innovationsgetriebene Designs und die Nutzung von fortschrittlicher Technik – eine laut van der Heide herausfordernde Tätigkeit, die für ihn viele gute Erfahrungen gebracht hat.

Seit letztem Jahr ist er bei der Zumtobel Group als Chief Design & Marketing Officer für die drei Marken Thorn, Tridonic und Zumtobel zuständig. Die Zumtobel Group will mit dieser neuen strategischen Führungsposition die hohe Bedeutung von Innovation und Design auf die weitere Entwicklung der Marken betonen.
Um diese recht abstrakte Formulierung mit Leben zu füllen, erläutert Rogier van der Heide seine Aufgaben mit nicht weniger als einem Paradigmenwechsel. Es geht darum, das Lichtgeschäft komplett anders zu verstehen und dem Licht mehr Bedeutung zu geben. Durch die LED, Steuerungen und Sensoren ist das Licht zu viel mehr fähig und einsetzbar als mit der herkömmlichen Technologie, und diese Einsatzmöglichkeiten sind es, die er vermitteln will. Kunden, seien es die Betreiber oder die Nutzer der Gebäude, können durch den richtigen Einsatz von Licht ein sehr viel besseres Umfeld schaffen, sowohl im Nutzen für den Menschen als auch wirtschaftlich – wenn es das richtige Bewusstsein für das Licht gibt.
Denn das Licht, das für den Menschen so wichtig ist wie Wasser und Nahrung, wird heute noch lange nicht mit den Qualitätsmaßstäben gemessen wie die anderen essenziellen Dinge des Lebens. Die Menschen sollen Licht nicht nur als Mittel begreifen, um Räume zu beleuchten, sondern dem Licht mehr Relevanz geben. Den Sinn dafür zu vermitteln, das Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit zu bestärken und in eine praktische Anwendung zu formulieren, das sieht van der Heide als sein Ziel.

Mit Zumtobel habe er dafür den idealen Partner gefunden, sagt er, denn noch nie habe er ein Unternehmen gesehen, dass so von einer Leidenschaft für Licht durchdrungen sei. Diese Leidenschaft ist nötig, denn der Markt wird sich durch die zurzeit noch langsame, aber immer weiter ausbreitende Präsenz von Großunternehmen der Elektronik- und Softwarebranche weiter revolutionär verändern. Nur mit den richtigen Lösungen kann man dort noch bestehen, wenn man schneller am Markt ist und die Bedürfnisse der Nutzer kennt. Dafür muss es in seinen Augen auch weggehen von einer rein technikgetriebenen Entwicklung, dem klassischen R+D, hin zu einem Design + Development, das die Bedürfnisse und Strömungen aufnimmt und die passenden Lösungen dafür entwickelt. Die Technik bleibt Grundlage, steht dabei aber nicht mehr im Vordergrund.

Seine eigene Passion für Licht lebt er in der Arbeit für das Amsterdam Light Festival. Als künstlerischer Direktor arbeitet er an der Planung der vierten Veranstaltung, die inzwischen ihren festen Platz im Kalender hat – und die ebenfalls dazu beiträgt, die von ihm gewünschte Relevanz des Lichts für den Menschen zu verstärkeN.






Weitere Infos:


Name:
Rogier van der Heide

Beruf:
Lichtdesigner

Jahrgang:
1970

Interessen:
Segeln, Radfahren

„Wir brauchen ein deutlich höheres Bewusstsein für Lichtqualität.“

Rogier van der Heide - www.rogiervanderheide.com
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