Farbenfrohe Unterführung: LED-Lichtwand von Hess

Das niederrheinische Geldern ist bekannt für seine hochwertige Stadtplanung und Baukultur. Entsprechend hohe Erwartungen stellte der Stadtrat an die Wettbewerbsbeiträge zur Erschließung des neuen Stadtteils Nierspark, der westlich der Bahnstrecke Düsseldorf – Kleve und dessen Anbindung an das Stadtzentrum liegt. Überzeugen konnte die städtebauliche Konzeption einer Doppelplatzanlage beiderseits der Bahntrasse, die das Aachener Architekturbüro Raumplan entwickelte und in Teilprojekten sukzessive umsetzte.

„Das Scharnier der Anlage bildet die sich großzügig zu beiden Seiten öffnende Unterführung nahe des Bahnhofs“, sagt Architekt und Stadtplaner Uli Wildschütz von Raumplan. Als zentrale Baumaßnahme in diesem Stadtentwicklungsprojekt übernimmt sie zwei wichtige Funktionen: sie stellt die direkte fußläufige Verbindung zwischen Innenstadt und Nierspark her und erschließt außerdem die Westseite des Bahnhofs.

Der städtebaulichen Bedeutung dieser neuen Achse trug Raumplan mit einer anspruchsvollen Architektur Rechnung. Wichtig war dem Planungsteam, dass die Zugänge zur Unterführung und die neun Meter lange Unterführung selbst von weithin einsehbar sind. Einen weiteren Beitrag zum subjektiven Sicherheitsempfinden leisten auch die ansprechenden, hochwertigen Oberflächen.

Betont hochwertige Gestaltung
Von der Stadtseite kommend werden Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer in einer halbkreisförmigen Rampenanlage mit zentralem Treppensegment nach unten geführt. Auf der Westseite empfängt sie eine rechteckige Treppen-/Rampenanlage, an die sich der neu angelegte Wasserplatz anschließt. Die westlichen Bahnsteige sind durch parallel zu den Gleisen verlaufende Treppen direkt an die untere Ebene der Anlage angebunden.

Die hellen Betonfertigteile der Wände und Rampeneinfassungen, kontrastierende Bodenbeläge in Basalt-Anthrazit sowie durchlaufende Flachstahlgeländer lassen die Treppen-/Rampenanlage hell und freundlich wirken. Elegantes Leuchtendesign von Hess unterstreicht die hochwertige Gestaltung. Für die Platzbereiche wurde die Lichtsäule Vigo und für die Treppenabgänge das Spiegelwerfersystem Vedo ausgewählt. In den Nachtstunden leuchten sie die gesamten Treppen-/Rampenanlage angenehm gleichmäßig aus.

Ebenso einladend präsentiert sich die Unterführung mit ihrem breiten Querschnitt und den vertikalen Profilglasbahnen an Stirnseiten und Innenwänden. Bei Tag fügen sich die Glasoberflächen gestalterisch perfekt in die Architektur und Materialität der Gesamtanlage ein. Mit Einbruch der Dunkelheit verwandeln sie sich zu farbigen Lichtwänden.
Angenehme Lichtatmosphäre schafft Vertrauen

Raumplan stellte die von Hess in Kooperation mit Pilkington entwickelte LED-Lichtwand bereits im Wettbewerbsentwurf vor. „Mit den flexibel steuerbaren LEDs lassen sich stimmungsvolle Szenarien erzeugen, die die Nutzung der Unterführung bei Dunkelheit angenehm gestalten und dem Wunsch nach Sicherheit entgegenkommen“, beschreibt Wildschütz die Idee. Die Entscheidung zugunsten der Hightech-Lösung fiel nach einem Besuch auf dem Schauplatz von Hess in Villingen, bei dem die Vertreter des städtischen Bauamts von Geldern die Farbbrillanz und Ästhetik der dort installierten LED-Lichtwand live erlebt hatten.

Die Beleuchtung der doppelschalig montierten Profilglaselemente von Pilkington (Modell P Profilit K65607) übernehmen die von Hess eigens für Lichtwände entwickelten LED-Leuchten vom Typ Ledia FP. Diese sind mit jeweils sechs RGB-Hochleistungs-LEDs bestückt. Um die Funktionstüchtigkeit im Falle einer Überschwemmung der Unterführung nicht zu gefährden, wurden die Leuchten in das obere Rahmenprofil integriert und nicht wie es die Standardausführung vorsieht in das untere. Für eine homogene Beleuchtung der Glasbahnen über die gesamte Profilhöhe sorgen Reflektoren im unteren Rahmen sowie selbstklebende Reflektorbänder auf den kurzen Schenkeln der Profilgläser.


Fein abgestimmte Szenarien


Die Steuerung der RGB-LED-Module übernehmen Chromoflex Controller. Mit ihren acht bereits vorinstallierten Programmen lassen sich verschiedenste Effekte erzeugen. Für Abend- und Nachtstunden favorisierten die Planer langsame, weiche Farbwechsel, um den Passanten das Gefühl von Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Dabei gehen die Stirnseiten komplett von einer Farbe in die andere Farbe über, während die Innenwände in bunten Sequenzen durchwechseln.
Andere Assoziationen weckt die morgendliche Inszenierung. Vor acht Uhr, wenn die Unterführung vorwiegend von Schülern genutzt wird, versprühen die Lichtwände einen Hauch von Discoatmosphäre mit rhythmischen Farbfolgen und kurzen Lichtblitzen.

„Die Resonanz der Bürger auf die attraktiv beleuchtete Unterführung ist sehr positiv“, sagt Hans-Willi Ophey vom Tiefbauamt Geldern. Auch hat sich bisher die Erfahrung anderer Kommunen in Geldern bestätigt, dass erkennbar hochwertige Oberflächen und Stadtmöbel sowie schönes Licht nicht nur für Wohlfühlatmosphäre sorgen, sondern auch dem Vandalismus vorbeugen.

Weitere Infos


Konzeption und künstlerische Leitung
RaumPlan, Aachen - www.raumplan-aachen.de

Lichtplanung
PlanIng Ralf Wolters, Aachen - www.plan-ing.de

Bauleitung
Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft, Köln - www.schuessler-plan.de
Hess AG - www.hess.eu
Stadt Geldern - www.geldern.de
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