Lichtkunstobjekte und Lichträume

Adam Barker-Mill im Kunstmuseum Ahlen

Neben der Ausstellung im Kunstmuseum Ahlen  wurde am Rand des Museumsplatzes mit Ausrichtung zum städtischen Umfeld  ein "Colour Cube" des Lichtkünstlers installiert. Die kinetische Farblichtarbeit verbleibt an diesem Standort und erweitert den Beitrag Ahlens in der europaweit einzigartigen Lichtkunstregion "Hellweg ein Lichtweg".

Adam Barker-Mill gestaltet Resonanzräume, in denen wir Licht wahrnehmen und das Licht als gestaltendes Element erleben. Seine Objekte arbeiten mit räumlichen Begrenzungen, zwischen denen sich Licht konzentriert und mit Öffnungen, durch die ein erleuchteter Innenraum einsehbar wird bzw. das Licht in den angrenzenden Raum austritt. Die Gestaltung seiner Objekte ist funktional und schlicht. Adam Barker-Mill verwendet einfache Kuben, seriell gesetzte Elemente und Öffnungen und konzentrisch angelegte Kreisformen. Regelmäßige Formen und eine durchgängige Oberfläche konzentrieren das Sehen auf die Erscheinung des Lichtes, die sich sowohl grafisch als auch farblich in den Körpern artikuliert.

In seinen "Ambient Light"-Arbeiten führt allein das einfallende Umgebungslicht die Regie über die formale und farbliche Artikulation der einsehbaren Lichträume. Im idealen Fall sind solche "stillen" Objekte dem natürlichen Licht und dem Wetter ausgesetzt, was in vielen monumentalen Außenarbeiten des Künstlers der Fall ist. Adam Barker-Mill fasziniert die Arbeit mit künstlichem Licht ebenso wie das Tageslicht. Er integriert verschiedene Leuchtmittel von "antikem" Kerzenlicht bis hin zu lichtstarken LEDs in langestreckte Kästen. Die Betrachter lässt er über schmale Schlitze oder durch eine lichtdurchlässige Membran beobachten, dass wir Licht als Farbe wahrnehmen und wie sich ein Lichtvolumen in bestimmten Abschnitten sowohl verdichtet als auch verliert. Lichtformen, die sich in räumlicher Distanz zu den Objekten auf dem Boden und den Wänden abzeichnen, offenbaren seine "unsichtbare" Anwesenheit im leeren Raum.

In seinen offenen Lichträumen, die sich mittels elektronischer Steuerung in bestimmtem Licht füllen, gestalten sich farbige Lichterscheinungen interaktiv mit der Bewegung des Betrachters, mit eingebauten Elementen und Farben, die er in die Räume integriert. Lichtregie und Innenausbau sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass eingebaute Zwischenwände durch die Dynamik und Präsenz des Farblichtes für das Auge nahezu verschwinden. Im Resultat treffen verschiedenfarbige Lichtfelder direkt aufeinander und erzeugen immateriell schwebende Farbkompositionen. Neben analytischen Erfahrungen vermitteln die Lichtinszenierungen von Adam Barker-Mill immer auch "magische" und "berauschende" Eindrücke. Um die Wahrnehmung ganz auf die Lichtsensation zu konzentrieren, baut er begehbare Räume. Den Purismus seiner konstruktiven Lichträume bricht er mit Werkserien, in denen er banale alltägliche Gegenstände als Lichtbehälter nutzt. Humorvoll setzt er sich hier über den Absolutheitsanspruch eines perfekten Designs hinweg und offenbart eine experimentelle, spielerische Seite seiner Kunst, die neben ihrer konstruktiv-konkreten Prägung auch Einflüsse der englischen Pop Art verarbeitet.

Biografie:

Adam Barker-Mill ist 1940 in Wookey Hole in Somerset, einer Grafschaft im Südwesten Englands geboren. Beide Eltern sind Künstler. Seine Faszination für das Licht führt er auf frühe Naturerlebnisse in den berühmten Kalksteinhöhlen in Somerset zurück. Adam Barker-Mill ist von Kind an künstlerisch tätig. Er entscheidet sich nach einem Sprachenstudium in Oxford gegen ein Studium der Malerei.

1963 absolviert er eine Ausbildung in Filmtechnik an der Londoner Filmschule in Brixton. Von 1964 bis 1984 ist er 20 Jahre als Kameramann, Cutter und Filmproduzent an der Seite des Regisseurs James Scott tätig. Experimente mit Licht begleiten seine filmische Arbeit. James Scott und Adam Barker-Mill drehen viele erfolgreiche Filme und Kurzfilme, u.a. Dokumentationen über zeitgenössische Künstler der London School wie David Hockney, Richard Hamilton und R.B.Kitaj. Auch ein Film über Claes Oldenburg und die Mockumentary "The great rock’n‘ roll swindle" gehören zu seinem filmischen Schaffen. Der Kurzfilm "A Shocking Accident" nach einer Kurzgeschichte von Graham Greene wurde 1983 mit einem Oscar ausgezeichnet. 1984 beendet er seine filmische Tätigkeit zugunsten seiner künstlerischen Arbeit mit Licht.

Seit 1985 werden seine Lichtkunstwerke in Galerien und zahlreichen Ausstellungen v.a. in England, Schottland, Island und Japan gezeigt. Adam Barker-Mill ist künstlerisch in vielen Bereichen tätig. Er beschäftigt sich auch im Medium der Malerei und in fotografischen Serien mit Lichtphänomenen und Farblichtabstufungen. Erst kürzlich hat er einen Film über John Cage fertiggestellt. In London, Edinburgh und Glasgow - nun auch in Ahlen – sind Lichtarbeiten von Adam Barker-Mill im öffentlichen Raum realisiert. Der in der Ausstellung gezeigte Lichtturm mit dem Titel "Ringstack" stand bis zum derzeitigen Umbau des Hauses in einer sieben Meter hohen, wetterfesten Variante auf einem Gebäude in Notting Hill, London.

Über die Firma
Kunstmuseum Ahlen gGmbH
Ahlen
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