Berliner Zoofenster: Fünf Ringleuchten für das Waldorf Astoria

In das einst umtriebige Zooviertel, um das es nach der Abwanderung des Zentrums in den Stadtteil Mitte etwas einsam geworden war, setzte Architekt Christoph Mäckler einen beeindruckenden Sockelbau dreieckiger Kubatur, aus dem, neben einem Gebäuderiegel mit 22 Etagen, ein 32-geschossiger Turm fast 119 Meter in die Höhe wächst. Zu der verkehrsmäßig wichtigen Hardenbergstraße und zum Hardenbergplatz löst sich der Sockel in eine zweigeschossige Arkade auf, die sich den Passanten mit Gastronomieangeboten und Läden öffnet und das Gebäude mit dem Straßenraum verwebt.

Ein buchstäbliches Highlight ist das groß dimensionierte Zoofenster, das dem Ensemble seinen Namen gab. Dreiseitig erstreckt es sich über die obersten sieben Geschosse des Turmes und erlaubt weitschweifende Blicke auf den Zoologischen Garten, den Platz und über die Stadt. Das Zoofenster bietet einen von zahlreichen Sichtbezügen, die Christoph Mäckler aus dem Innenraum heraus zum Stadtraum geschaffen hat.

Die Verflechtung von Gebäudeinnerem und Straßenraum realisierten die Architekten auch bei der Eingangshalle des Hotels. Über die in der Tiefe des Sockelbaus liegende Lobby gelangt man zu einem lichtdurchfluteten, glasbedeckten Atrium, das dem Besucher den Blick auf die aufstrebende Turmfassade öffnet und ihn zu den höher gelegenen Etagen mit Bar, Restaurant und Business Center lenkt.

Gekrönt wird der viergeschossige Luftraum, der bis in die zweite Etage mit einer Wendeltreppe erschlossen wird, von fünf filigranen, zeitgemäß interpretierten Kronleuchtern in Durchmessern von 150 bis 500 cm. Diese sich zu einer Lichtskulptur fügenden Sonderkonstruktionen entwickelte, konstruierte und fertigte RSL nach einem Konzept der Pariser Agentur Inter Art Etudes und Liane Langhans, Projektleitung Schlotfeldt Licht.
Lichtskulptur nimmt Bezug auf räumlichen Abschluss des Atriums
Mit ihren kreisrunden Formen nehmen die unterhalb des Glasdachs höhenversetzt gereihten Leuchten Bezug auf das Kreissegment, das den räumlichen Abschluss des Atriums bildet, sowie auf die Treppe, die sich als Spirale dem Himmel entgegenschraubt. Trotz der geringen Aufbauhöhe spenden die mit LED bestückten und mit satinierten Abdeckungen versehenen Ringleuchten, die nach unten und zu den Seiten strahlen, ein anspruchsvoll homogenes Licht und tragen gleichzeitig zur Erfüllung der Beleuchtungsanforderungen für öffentliche Bereiche bei.

Nach umfangreichen Tests im 1:1-Aufbau wurde jede Leuchte in zwei Teilen von Sankt Augustin nach Berlin transportiert und vor Ort zusammengefügt. Für die Montage der Leuchten, bei der RSL Mitarbeiter unterstützend präsent waren, hatte Prof. Christoph Mäckler Architekten eine der Tragwerkform des Daches angepasste, trapezoide Aufhängung durch Zugseile entwickelt. Diese wurden punktuell am Attikarand des Atriums befestigt. Um den Eindruck frei schwebender Leuchten zu gewinnen, werden die Zugseile gemeinsam mit der Stromversorgung in filigranen Hülsen geführt.

Die zeitlosen Ringleuchten harmonieren mit dem ebenfalls von Inter Art Etudes konzipierten Interior Design, das sich als eine zeitgenössische Adaption des Art Deco präsentiert. Holz, flauschige Teppichböden und Teppiche, Marmor, Naturstein, Leder, hochwertige Raumtextilien und erlesenes Mobiliar signalisieren, dass es sich hier um das Luxussegment der Hotellerie handelt. Ein  Kronleuchter darf in einer solchen Kategorie keineswegs fehlen; insbesondere dann nicht, wenn es sich um die legendäre Marke Waldorf Astoria handelt.

Petra Lasar

Weitere Infos


Architektur
Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main
Lichtplanung
Schlotfeldt Licht, Hamburg
Gebäudehöhe
118,80 m, 32 Geschosse plus EG
Nutzfläche
26 846 m²
Nutzung
Büros und Läden
Fotos
HG Esch
Christoph Mäckler Architekten - www.chm.de
Schlotfeldt Licht - www.schlotfeldtlicht.de
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