Im Porträt: Enrique Peiniger und Jean Sundin vom OVI

Enrique Peiniger und Jean Sundin: „Wir wollen mehr integratives Design und mehr Technologie“.
Bereits vor zehn Jahren, als die LED-Beleuchtung noch in den Kinderschuhen steckte, erstaunte OVI die Welt mit einem innovativen, zukunftsfähigen LED-Leuchtendesign für die Straßenbeleuchtung in New York. Und beim Bau des Schottischen Parlaments folgten die Architekten gar der Idee von OVI, den Grundriss des Plenarsaals um seine eigene Achse zu drehen und das Gebäude durch die Positionierung der angrenzenden, wie Blätter geformten Türme von direktem Sonnenlicht abzuschirmen, um reibungslose Bedingungen zur TV-Übertragung zu schaffen.

Schon für den Architekturstudenten Enrique Peiniger hatte festgestanden, dass er mit Licht arbeiten wollte. In Deutschland war diese Disziplin zu jener Zeit noch ein relativ weißer Fleck auf der Landkarte gestalterischer Mittel; mit Hans von Malotki und
Johannes Dinnebier gab es nur zwei namhafte Lichtplaner. Das reizte den progressiven, erfindungsreichen jungen Mann, der etwas ganz Eigenes für sich entwickeln wollte und im Licht unglaublich viel Potenzial sah. Technisches Wissen erarbeitete er sich nach Abschluss des Studiums 1992 und einen Master in Architektursoziologie 1994 – beides an der TU Berlin – in der Sonderleuchten-Entwicklung eines Herstellers.
Dort lernte Enrique Peiniger, wie Leuchten gebaut werden und wie Leuchten und Beleuchtungslösungen funktionieren. Ausgestattet mit dem neu gewonnenen, technischen Wissen, das sich später als gute Basis für seine eigenen Entwicklungen und vielen kreativen Produktmodifikationen erweisen sollte, zog es Enrique Peiniger 1996 in die USA. Dort begann der ausgebildete Architekt als Junior Designer bei George Sexton Associates. Jean Sundin, seine in der Lichtplanung bereits versierte Vorgesetzte, durchschaute natürlich sofort, dass Enrique für eine solche Anfängerposition viel zu gut ausgebildet war und bezog den – wie sie selbst – vor Ideen sprudelnden jungen Mann gleichwertig in die Planung von Beleuchtungskonzepten ein. Das war der Anfang einer langen Freundschaft.

1997 gründete das Team Sundin/Peiniger das Office for Visual Interaction (OVI) mit dem Ziel, klassische Pfade für immer zu verlassen und Projekte durch innovative Lichtplanung aufzuwerten; Architektur und Licht – durch die Interaktion mit Materialien und Oberflächen – unmerklich zu einer Einheit zu verweben. Bereits ein halbes Jahr später gewann das Büro den Wettbewerb um das Schottische Parlament, den Prestigebau von dem Architektenpaar Enric Miralles und Benedetta Tagliabue.

Mit OVI hat sich Enrique Peiniger einen Traum erfüllt, denn Licht ist seine Leidenschaft. Das spürt man nicht nur beim Betrachten der Projekte, sondern auch in seinen Vorträgen. Als Zuhörer fiebert man mit, denn in jedem Projekt von OVI gibt es so viele spannende, einzigartige Lösungen, dass man alles erfahren möchte, was es zu erfahren gibt.

Text: Petra Lasar

Weitere Infos:


Name:
Enrique Peiniger,
Jean Sundin

Beruf:
Lichtplaner




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