Im Porträt: Schneider & Schumacher

„Entwerfen ist bei uns Teamarbeit. Das entlastet den Einzelnen aber nicht davon, konkrete Ideen zu einem Entwurfsprozess beizutragen." - Foto: Robertino Nikolic für A&W Architektur & Wohnen
„Entwerfen ist bei uns Teamarbeit. Das entlastet den Einzelnen aber nicht davon, konkrete Ideen zu einem Entwurfsprozess beizutragen." - Foto: Robertino Nikolic für A&W Architektur & Wohnen
Dabei bewerten die Abstimmenden ein Gesamtwerk, das im großen Büro der Frankfurter Architekten um Till Schneider und Michael Schumacher mit verschiedensten Disziplinen äußerst vielfältig ist. Bauten wie die Erweiterung des Städel Museums in Frankfurt, die Autobahnkirche Siegerland an der A45 oder die knallrote Info-Box am Potsdamer Platz sind nur einige der herausragenden Bauten. Das Tageslichtkonzept in ihrem Städel-Erweiterungsbau wurde mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis ausgezeichnet, und auch sonst sind die Architekten immer eng mit Licht-Projekten verbunden. So entwarfen sie das Hochregallager von Erco in Lüdenscheid. Mit ihrem Design-Team entwerfen sie Leuchten und Lichtelemente in ihren Projekten, unter anderem im Frankfurter Silver-Tower.

Das Frankfurter Büro schafft Bauwerke und Räume, in denen sich Menschen gerne aufhalten und mit denen sie sich identifizieren. „Schneider + Schumacher haben sich international einen Namen gemacht – mit Bauwerken, die durch individuelle und überraschende Lösungen beeindrucken, gleichzeitig Zauber und Poesie haben“, erklärt A&W-Chefredakteurin Barbara Friedrich zu den diesjährigen Preisträgern.

Neben dem Frankfurt „Headquarter“ gibt es Büros in Wien und im chinesischen Tianjin. In der eigenen Designabteilung werden neben den bereits erwähnten Leuchten auch Möbel, Fassaden und Geländer entworfen.
Das Büro Schneider + Schumacher wurde 1988 gegründet, 2003 kam das Bau- und Projektmanagement als eigene Gesellschaft hinzu. Im gleichen Jahr wurde die Design-Unit gelauncht und 2008 kam das Themenspektrum der Kinetik sowie eine eigene Gesellschaft für Städtebau hinzu. Das jüngste Unternehmen ist die 2013 gegründete Schneider + Schumacher Parametrik GmbH & Co. KG – sechs ganz unterschiedliche Disziplinen, die sich zu einer Einheit um die beiden Gründer Till Schneider und Michael Schumacher formieren. Weltweit arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter für die Büros in Frankfurt, Wien und Tianjin.

Für die beiden Bürogründer und -inhaber ist das Entwerfen ein Team-Prozess, in dem jeder seine Ideen einbringen kann, die Architekten aber die Leitung und Lenkung übernehmen. So  bekommt der Bau die Seele, die sich die Architekten in ihrem Entwurf wünschen: Neben allem erklärbaren Pragmatismus ist dies die Poesie, die sich durch die Entwürfe und Bauten des Büros zieht. Auch andere fachlich Beteiligte, wie etwa die Lichtplaner, können sich so in den Entwurf einbringen, das auch in sehr frühen Projektstadien.

Mit den verschiedenen Gesellschaften im Verbund sorgen die Architekten weiterhin dafür, dass der Bau in allen Details und auch in der Bauausführung seine Qualität behält. Bereits im Entwurfs-prozess bleibt Machbarkeit und finanzielle Realisierbarkeit im Fokus, im späteren Bauverlauf soll nicht allein mit Kostenminimierung um jeden Preis gearbeitet werden.

Verbunden mit dem Preis ist eine Ausstellung, die in München präsentiert wurde und für die das Büro selbst die Gestaltung übernehmen konnte. Die Laudatio für die Preisträger bei der Ausstellungseröffnung hielt Hubertus Adam, Direktor Schweizerisches Architekturmuseum. Er sagte, dass „gute Architektur sich nicht darauf beschränken sollte, vorgegebene Parameter zu erfüllen, sie sollte aber auch nicht zu einem Spektakel um seiner selbst willen werden. Seit mehr als zwanzig Jahren beweisen Schneider + Schumacher, wie das funktionieren kann.“

Weiter lobt Adam die Bauten, die „klar, präzise und zeitgemäß sind. Sie verweigern sich modischen Retro-Trends und knüpfen an die Errungenschaften der Moderne an, schreiben diese fort – und das in ganz unterschiedlichen Maßstäben.“ Mit ihren Bauten haben die Architekten, so Adam, „Ikonen der zeitgenössischen Architektur geschaffen. Bestimmend ist nicht die reine Zweckerfüllung. Ökonomisch könnte man von einem Mehrwert sprechen. Besser aber: von Poesie, die sich der Prosa des Bauens beigesellt.“

Weitere Infos:


Michael Schumacher
(im Bild links)
Prof. Dipl.-Ing. Architekt
Jahrgang 1957

Till Schneider
Dipl.-Ing. Architekt/
Stadtplaner
Jahrgang 1959
„Bei uns spielen Bauherr und fachlich Beteiligte eine gleichwertige Rolle, schon in der Phase der Ideenfindung.“
schneider+schumacher | architekten - www.schneider-schumacher.de
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