Neu unterwegs: Pierre van Lamsweerde Geschäftsführer von Hess und CEO der Nordeon-Gruppe

Steckbrief
Pierre van Lamsweerde (Jahrgang 1970) machte 1994 seinen Master in Economics an der Erasmus Universität Rotterdam und war von 1995 bis 2006 in unterschiedlichen Funktionen in den Bereichen Marketing, Verkauf, Innovation sowie in Geschäftsleitungsaufgaben bei Philips Business & Consumer Electronics tätig, zuletzt mit Gesamtverantwortung als General Manager für die Business-Unit PC Peripheral (weltweit).

2006 bis 2008 kam er in die Lichtbranche als Senior Director Produktstrategie und -innovation für den Wirtschaftsraum EMEA bei Philips Lighting Electronics. 2008 bis 2010 war er Vice President Marketing für den Wirtschaftsraum EMEA bei Philips Professional Lighting solutions, 2010 bis 2013 dann Vice President und General Manager für den Wirtschaftsraum EMEA, Business Unit Philips Retail & Hospitality.
Seit 2013 ist er CEO der Nordeon Group, zu der Hess als Unternehmen seit 2013 gehört.
Nach dem mehr als turbulenten Jahr 2013 hat sich einiges geändert – wo sehen Sie die wichtigsten Neuerungen für das Unternehmen?

P. van Lamsweerde: Erster ganz wichtiger Punkt ist die finanzielle Stabilität. Wir haben Hess finanziell wieder auf eine gesunde Basis gestellt und vom ersten Tag an in das Unternehmen investiert. Investiert in neue Produkte, investiert in Technik und nicht zuletzt investiert in Personal. Das Ergebnis, und darauf sind wir sehr stolz, konnten unsere Kunden auf der Light + Building in Frankfurt in Augenschein nehmen.

Im Rahmen eines gänzlich neuen Messeauftrittes wurden sechs neue Leuchten, eine Vielzahl an Sonderlösungen sowie die überarbeitete City Elements, welche nunmehr komplett in LED verfügbar sind und viele Multifunktionalitäten bieten, wie z.B. Kamera oder Strom- und Wasserversorgung, präsentiert. Zu guter Letzt haben wir mit unserer neuen Varedo-Kollektion eine ganz neue Kreation an Leuchten und Stadtmobiliar zur Gestaltung urbaner Räume vorgestellt. 

Als zweiten wichtigen Punkt möchte ich die Unternehmenskultur nennen. Die Lichtindustrie unterliegt derzeit einem erheblichen Wandel. Schnelle Innovationszyklen, neue Wettbewerber, veränderte Technologien. Dies erfordert ein Umdenken im Unternehmen und eine Veränderung der Unternehmenskultur. Kurze Wege, schnelle Entscheidungen und eine maximale Kundenorientierung sind das Gebot der Stunde.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, eine offene Kommunikation und maximale Transparenz gegenüber unseren Mitarbeitern an den Tag zu legen. Dazu soll die Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesteigert werden. Wir nehmen alle mit ins Boot. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Hess – gemeinsam werden wir das Unternehmen im Sinne einer größtmöglichen Flexibilität und einer bestmöglichen Qualität weiter entwickeln.  
  



In welche Richtung wird sich Hess entwickeln – wie sieht hier die Roadmap mit Blick auf die andere Außenleuchten-Kompetenz in der Nordeon-Gruppe aus?  

P. van Lamsweerde: Hess ist ein Premiumhersteller für die Gestaltung urbaner Räume. Leuchten und Stadtmobiliar ergänzen sich in hervorragender Art und Weise und in einer stringenten Formensprache. Dafür stand Hess und dafür wird Hess auch weiter stehen.

Im Verbund können die Unternehmen voneinander profitieren. Hess kann beispielsweise auf die Erfahrung und Kompetenz des Nordeon-Werkes in Springe als einem der größten Entwicklungs- und Produktionsstandorte für LED-Leuchten innerhalb Europas zugreifen. Hess wird seine Flexibilität und Qualität weiter erhöhen. Hierfür sind die Voraussetzungen innerhalb der Gruppe ideal.

Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Light + Building unsere strategische Ausrichtung vorgestellt, welche vier Bereiche umfasst: Innovation, Menschen, Made in Germany und internationale Expansion. Unter Innovation adressieren wir Themen wie Multifunktionalitäten und den ganzen Bereich rund um Architekturlicht.

Im Bereich Menschen geht es unter anderem darum, individuelle Weiterentwicklungen zu gewährleisten und eine jederzeit an die Markterfordernisse angepasste Struktur zu haben. Made in Germany ist für uns ein Gütesiegel. Und wir wollen diese Strahlkraft nutzen und mit eigenen Werten versehen. Darüber hinaus produzieren wir in den USA, vorrangig für den dortigen lokalen Markt, basierend auf denselben Grundsätzen und Tugenden wie in Deutschland. Im Rahmen der internationalen Expansion subsummieren wir unsere Intensivierung der Auslandsaktivitäten.

Wie Sie sehen haben wir viel vor. Im Rahmen unserer aktiven Pressearbeit werden wir unsere Kunden und die Öffentlichkeit hierüber auf dem Laufenden halten.


Wird der starke internationale Vertrieb weiter fortgeführt? Wo sehen Sie Ihren wichtigsten Auslandsmarkt?



P. van Lamsweerde: Wir exportieren derzeit in gut 30 Länder weltweit. Unser Exportanteil liegt bei ca. 45 %. Hier sehen wir erhebliches Steigerungspotenzial. Wie erwähnt, ist die internationale Expansion Teil unserer Strategie. Wir werden insbesondere in den USA, in Frankreich, in Belgien, der Schweiz, in Schweden, in den Niederlanden, in Japan und in UK sowie in der Region Middle East unsere Aktivitäten verstärken. Entweder durch eigene Gesellschaften oder durch die Intensivierung der Zusammenarbeit mit langjährigen und im Markt etablierten Vertriebspartnern.  


Welche Bedeutung hat der Lichtplaner für Sie in den
Projekten?

P. van Lamsweerde: Ein Lichtplaner ist innerhalb eines Projektes von entscheidender Bedeutung. In vielen Projekten ist bereits ein Lichtplaner involviert. Bei Bedarf bringen wir unsere eigene lichtplanerische Kompetenz in ein Projekt mit ein.

Wir sehen einen ganz deutlichen Trend, dass das Thema Lichtplanung immer wichtiger wird. Licht schafft nicht nur Sicherheit. Licht schafft Atmosphäre. Licht schafft Wohlbehagen. Und genau deshalb beinhaltet unser strategisches Ziel „Innovation“ auch das Schlagwort „paint with light“. Hierunter treiben wir das Thema Lichtplanung mit Hochdruck voran. 



Welchen Anteil macht die LED bei Ihren Projekten aus?

P. van Lamsweerde: Wir liegen derzeit bei einem LED-Anteil von rund 50 %. Aufgrund unserer überarbeiteten Modellpalette und der schon jetzt abzusehenden Entwicklung auf der Nachfrageseite gehen wir davon aus, dass wir auf absehbare Zeit sicherlich bei rund 80 % liegen werden.



Können Sie bereits technisch aus den Synergien der
Nordeon-Gruppe profitieren?

P. van Lamsweerde: Innerhalb der Gruppe lernen und profitieren die Unternehmen tagtäglich voneinander. Jedes einzelne Unternehmen innerhalb der Gruppe hat seine individuellen Stärken. In der Gruppe bündeln wir diese Stärken, nutzen die jeweiligen Erfahrungen und Fähigkeiten und sorgen dafür, dass sich die einzelnen Unternehmen individuell verbessern. Ganz im Sinne unserer Kunden.

Mit dem Standort in Springe verfügen wir, wie bereits erwähnt, über eine der größten Entwicklungs- und Produktionsstätten für LED-Leuchten in Europa – mit sehr schlanken Prozessen und Abläufen. Dieses Lean-Management setzen wir wo immer möglich innerhalb der Gruppe konsequent um. Und bereits heute werden erste großvolumige Produkte von Hess im Nordeon-Werk in Springe gefertigt.

Hierdurch generieren wir am Standort Villingen zusätzliche Kapazitäten und schaffen so den Freiraum für weiteres Wachstum. Darüber hinaus ermöglicht es Hess, sich wieder voll und ganz auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren – der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen zur Gestaltung urbaner Räume.

So wird Hess mehr denn je seinem eigenen Slogan gerecht: Hess – wir gestalten Städte!





Vielen Dank für das Gespräch.

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