Sakrales Licht mit LED

Dabei war der Gedanke anfangs nicht unumstritten. Erste Reaktionen auf die Idee der ausschließlichen Verwendung von LED waren eigentlich sehr verhalten. Der Grundtenor der Reaktionen lässt sich nach Aussagen der beteiligten Planer sogar am Besten mit „Seid Ihr verrückt?“ zusammenfassen. Denn noch vor Kurzem war LED-Beleuchtung in den Bereich der Akzentbeleuchtung verwiesen. 
Eine für neue Ideen offene Gemeinde unter der fortschrittlichen Leitung von Pater Tobias aus der Abtei Hamborn und ein ebenso für Innovationen offener Leuchtenfachhandel vor Ort (Lampen Wölfer/Oberhausen) gaben dieser ersten Idee allerdings Raum für die Realisierung und den entsprechenden Anschub.
So wurde von der Lichtmanufaktur Delight aus Herne eine Musterleuchte gefertigt und zur Bemusterung an einem ausgewählten Platz in der Kirche gehängt, was sich besonders für die Überzeugung der Gemeindemitglieder als positiv erwies. 
Planungsvorgabe war, dass das Mittelschiff der Kirche optisch frei von technischen Bauteilen bleiben sollte. Die schönen Kreuzgewölbe der Kirche sollten zur Geltung kommen und die Ausleuchtung der Bestuhlung musste gleichmäßig hell sein, ohne dass die Innenarchitektur durch voluminöse Bauteile gestört würde. Die Lichtfarbe sollte mit 3.000 Kelvin Farbtemperatur der Wärme eine Halogen- oder Glühlampenlösung optisch gleichen. In der Planungsphase war auch eine herkömmliche Lösung mit einem großen kreisförmigen Glaslüster mit konventioneller Kompakt-Leuchtstofftechnik in der Bemusterung.
Die Entscheidung der Gemeinde war jedoch sehr deutlich. Die puristischere, subtilere Lösung der LED-Ringlüster mit seinen breit streuenden Uplights und den blendfreien, atmosphärischen LED-Linsenleuchten setzte sich bei der Entscheidungsfindung durch. Auch die Denkmalschutzbehörde hatte keinerlei Einwände, zumal absehbar war, wie zurückhaltend sich die Lüster in die Architektur einfügen würden.
Realisiert wurden dann insgesamt zwei große LED-Ringleuchten mit je 16 LED-Downlights mit asphärischer Linsentechnik und 8 Uplights mit streuender ungerichteter Lichtwirkung an den Kreuzpunkten von Haupt- und Seitenschiffen, mit einem Ringdurchmesser von vier Metern. Dazu kamen sechs mittlere LED-Ringleuchten mit je 10 LED-Downlights und 5 Uplights im Hauptschiff, hier mit einem Ringdurchmesser von zwei 2 Metern. Eine weitere LED-Ringleuchte mit 5 LED-Downlights und 3 Uplights wird im Bereich der Orgel eingesetzt, Ringdurchmesser ist hier 120 cm. 
Die verwendeten LED-Chips haben eine Lichtfarbe von 3.000 K, eingesetzte Leistungen sind 13,4 W für die Downlights und 7 W für die Uplights. Ursprünglich geplant war eine mittlere Beleuchtungsstärke von 150 Lux im Bereich der Bestuhlung. Die Erprobung mit dem 
Musterleuchter ergab aber eine gewünschte Reduktion der Beleuchtungsstärke auf 115 Lux im Mittel, um eine atmosphärischere, kontemplativere Stimmung zu erzeugen. Die ursprünglich geplanten Durchmesser der Leuchter wurden daraufhin ebenfalls reduziert, um sie noch filigraner erscheinen zu lassen. Zusätzlich wurden die Ringleuchten mit dimmbaren Vorschaltgeräten ausgestattet, um – falls notwendig – die Beleuchtungsstärke nochmals reduzieren zu können. 
Das Resultat spricht für sich. Harmonisch und fast unsichtbar fügen sich die Ringlüs-ter in die Architektur der Kirche ein, die Kreuzgewölbe des Kirchenschiffes werden sanft und gestreut erhellt und selbst im Altarbereich in der Mitte der Kirche, fast fünf Meter von der nächsten Leuchte entfernt, ist die Lichtsituation so, dass gelesen werden kann. 
Mit einem Hubsteiger war die gesamte Beleuchtung fast an einem Tag montiert. Das geringe Gewicht der zarten Aluminiumkonstruktion war hier sehr hilfreich. Der Gemeindeleiter freute sich über eine erweiterte Garantie auf die „Leuchtmittel“ von 5 Jahren. Ein effizientes Kühlkonzept der verwendeten, qualitativ exzellenten Hochleistungsflächenchips lässt die vom Hersteller der Chips erwartete Lebensdauer zwischen 30.000 und 50.000 Stunden realistisch erscheinen. Wie man diese Lebensdauer allerdings bei einer durchschnitt- lichen Jahresnutzung von etwa 900 Stunden erreichen will, bleibt ein Rätsel. Gemeindevorstand und Gemeinde freuten sich sehr über den neuen optischen Eindruck, den ihre Kirche mit der neuen Beleuchtung machte. 
Die Gesamtleistung der Beleuchtung beträgt sagenhafte 1,6 kWh und die Gemeinde kann sich damit zusätzlich über eine Reduktion der Energiekosten für die Beleuchtung um 70 % freuen. Dass der Kostenfaktor  Ersatzleuchtmittel ebenfalls entfällt, trägt einen nicht unerheblichen Teil zur Amortisierung der neuen Anlage bei.
Am meisten freute sich jedoch der Küster, quasi der technische Leiter der Kirche, der noch seine vielen Auftritte in acht Meter Höhe auf schwankender Leiter zum Leuchtmittelwechsel vor Augen hatte, und dankbar zur Kenntnis nahm, dass er nun nicht mehr auf riskante Art defekte Glühlampen wechseln muss.
Delight - Die Lichtmanufaktur - www.lichtmanufaktur.de
Katholische Gemeinde Herz Jesu - www.herz-jesu.info
Newsletter

Das Neueste von
HIGHLIGHT direkt in Ihren Posteingang!