Zukunftsmuseum

Mit diesen Fragen beschäftigten sich im Juni 15 europäische Architekten, Lichtplaner und Ausstellungsgestalter bei einem Workshop am Fuße der chinesischen Mauer nordöstlich von Peking. Zu der Ausarbeitung von Museumskonzepten im Anschluss an einen Besuch der Weltausstellung in Shanghai hatte der Technologiekonzern Schott mit der organisatorischen Unterstützung des AIT Verlages eingeladen.
Die Ergebnisse des Workshops stellten die Teilnehmer am 25. November vor über 200 Gästen szenisch in Form einer Ausstellung sowie inhaltlich mit einem 140-seitigen Buch im AIT-ArchitekturSalon München vor.
Vier Thesen hatten sie zum Thema „Erlebniswelten Museum 2020“ entwickelt. So beschäftigte sich etwa eine Gruppe mit der Frage, wie Museen in Zukunft neue Kommunikationstechnologien nutzen könnten, um damit jedem Besucher ein individuelles Programm anzubieten.
Das „empathische“ Museum, das die Arbeitsgruppe skizzierte, geht auf die individuellen Kenntnisse und Interessen seiner Besucher ein und arrangiert sich immer wieder neu.
Auch die Museumsvision einer anderen Arbeitsgruppe zeichnet sich durch permanente Veränderungen aus: Eine sich wandelnde Ausstellung definiert die Beziehungen zwischen den Ausstellungsstücken ständig neu. Der Besucher nimmt ein Objekt aus immer anderen Blickwinkeln wahr.
Eine erste Vorstellung von dieser Idee vermittelte ein Ausstellungsstück im AIT-ArchitekturSalon: Fünf unterschiedliche Effektgläser umgaben einen Stuhl und ließen ihn je nach Blickwinkel anders erscheinen.
Gleich acht neue Spezialglasanwendungen „erfand“ eine andere Arbeitsgruppe zur Ausstattung ihres imaginären Museums. Dazu zählte zum Beispiel „Heliran“, ein Glas, das bei Berührung eingespeichertes Tageslicht in beliebigen Bereichen wiedergibt. Ob solche Gläser bald Wirklichkeit werden, wollte Patrick Coppée, Director Architectural Solutions im Schott Konzern, zwar noch nicht verkünden.
Er sah den Workshop aber als Auftakt für eine Reihe von Aktivitäten, mit denen der Technologiekonzern verstärkt auf Museumsgestalter zugehen möchte: „Als Konzeptanbieter für Museen möchten wir Architekten, Licht- und Ausstellungsgestalter ganzheitlich unterstützen – von der Beratung bis zur Installation“, erklärte Coppée in München, „Unsere Konzeptlösungen gehen einher mit Gebäude-, Innen- und Ausstellungsarchitektur.
Sie umfassen Vitrinen- und Multimedialösungen ebenso wie zum Beispiel Restaurierungsglas oder energetische Sanierungsmaßnahmen. Die Installationen bilden dabei stets die Bühne der Artefakte und stehen für den Betrachter leise und effektvoll im Hintergrund.“ Als nächsten Schritt plant Schott im Frühjahr ein Symposium mit Museumsdirektoren.

Fotos: Hans-Rudolf Schulz
Schott - www.schott.com
AIT - www.ait-online.de
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