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Entkeimung für zu Hause

Corona mit UVC bekämpfen

Momentan wird die Technologie gegen Corona dort eingesetzt, wo trotz der Kontaktbeschränkungen Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen. Regelmäßiges Lüften oder auch virengeeignete Filteranlagen sind ein Mittel, UVC-Geräte ein Weiteres.Da es im Alltag nicht gelingen kann, einen Reinraum wie im Labor zu schaffen, sind alle diese Maßnahmen auch kombiniert sinnvoll um die mögliche Virenlast in der Luft zu reduzieren. Damit wird eine Ansteckung weniger wahrscheinlich.

Schon in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts wurde von Wells und Fair ein Konzept zur Luftentkeimung mit UVC-Spektren veröffentlicht. Seitdem wird die Methode im gewerblichen Bereich in Luftfiltern und Klimaanlagen oder auch für Oberflächen und Wasserentkeimung eingesetzt. Da dieser Teil der Strahlung normalerweise von der Ozonschucht der Erde aus dem Sonnenlicht gefiltert wird, haben Organismen keine Schutzhüllen gegen diese Wellenlänge ausgebildet – die Bestrahlung der Viren und Bakterien zerstört diese daher wirksam und mit entsprechender Dosis auch schnell.

Um das in Geräten umzusetzen, werden entweder klassische Röhrenstrahler und LEDs verwendet. Aktuell sind die klassischen Strahler gut in der Lage, die für größere Luftmengen notwendige Stärke der Strahlung zu erzeugen. LEDs sind noch nicht so lange verfügbar, reichen aber für kleinere Anwendungen bereits aus.

Bei allen Produkten wichtig ist der sichere Umgang mit der potentiell gefährlichen Strahlung. Am Besten ist es, die Strahlung zur Sicherheit der Menschen dicht in ein Gehäuse einzuschließen, damit die Vorschriften bezüglich Produktsicherheit und Arbeitsschutz erfüllt werden können.

Wir stellen hier in diesem Artikel Geräte und Konzepte vor, die sich für den Einsatz zu Hause eignen oder für andere spezielle Anwendungen gedacht sind. Dazu erklären wir auch weiter Hintergründe der Technolgie und ordnen sie ein. Der Artikel wird dazu auch fortlaufend aktualisiert.

Anwendung in der Küche
Anwendung in der Küche

(Bild: Ledvance)

Ledvance UVC-Desinfektionsbox

Die Box ist dafür konzipiert, Alltagsgegenstände schnell und sicher zu desinfizieren, wie etwa Masken oder Stifte. Die UVC-Desinfektionsbox nutzt dazu die Wirkung von UVC-Licht im Wellenlängenbereich zwischen 200 und 280 Nanometern.

Die Handhabung ist einfach gemacht: Der Gegenstand wird in die Box gelegt und diese geschlossen. Nach dem Schließen der Box wird die Desinfektionsdauer eingestellt - sechs Minuten für glatte Oberflächen, neun Minuten für strukturierte - und die entsprechende Zeit abgewartet.

Danach sollten Viren und Bakterien sicher abgetötet sein. Beim Öffnen der Box schaltet diese sich zum Schutz der Anwender automatisch ab. Das bestrahlte Objekt wird bei der Desinfektion weder beschädigt noch verfärbt und der Vorgang hinterlässt keine Rückstände.

Die Desinfektionsbox macht mit ihrem wertigen Aussehen eine gute Figur, rutschfest und mit einem stabilen, abwaschbaren Gehäuse. Die Energie bezieht die portable Box aus einem starken, per USB-Kabel wiederaufladbaren Akku. Mit einer Akkuladung können bis zu 25 Reinigungszyklen à sechs Minuten oder bis zu 16 Reinigungszyklen à neun Minuten durchgeführt werden.

Die Box im Test

Die Anwendung der Box ist so einfach wie intuitiv. Direkt ausgepackt kann sie dazu eingesetzt werden, Alltagsgegenstände zu desinfizieren. Masken, auch die größeren FFP2-Masken, lassen sich gut in der Box ablegen. Die Desinfektion geht so schneller als in der Waschmaschine oder dem Ofen und auch zu jeder Zeit.

Interessant ist die Anwendung auch zum Beispiel für Stifte, die etwa an einem Empfang von mehreren Personen genutzt werden - ein Desinfizieren per Reinigungsmittel entfällt so. Die Akkulaufzeit entspricht den Angaben des Herstellers. Aufladen erfolgt per Micro-USB, ein Kabel auf USB-C wird mitgeliefert. Als Stromquelle kann aber auch eine Powerbank oder anderer USB-Anschluss dienen.

Airtrooper
Airtrooper

(Bild: Eurolighting)

Kompakte Luftreiniger im Test

Airtrooper von Eurolighting

Der Airtrooper von Eurolighting ist mit seiner kompakten Größe gut in privaten Räumen oder kleinen Büroräumen zu nutzen. Das Geräusch entspricht in etwa einem PC-Lüfter und wird bei kleiner Stufe kaum wahrgenommen. Per Lüfter wird die Luft durch einen Filter eingezogen und danach in der zentralen Kammer per UVC-LED gereinigt. Der eingebaute einfache Papier-Filter zieht die größeren Partikel aus der Luft, kann entnommen und beispielsweise mit einem Staubsauger gereinigt oder ausgeklopft werden. Die UVC-Kammer ist gut verschlossen und nicht einsehbar, so dass das Gerät insgesamt einen guten und sicheren Eindruck macht.

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Luftreiniger Violeds Vac

Ganz ähnlich vom Aufbau ist der Violeds Vac – dieser nutzt die UVC-LEDs des koreanischen Spezialisten Seoul Semiconductor. Die Bauform ist noch ein wenig kompakter und mit rundem Grundriss, so dass das Gerät zum Beispiel auch gut im Auto verwendet werden kann. Die Stromversorgung läuft per USB.

Außer dem wechselbaren HEPA-Filter ist ein Aktivkohlefilter gegen Gerüche mit eingebaut. Vom Geräusch ist der Filter ebenfalls mit einem PC-Lüfter vergleichbar, drei Stufen sind einstellbar. Auch dieses Gerät ist für einen Arbeitsplatz oder einen Autoinnenraum konzipiert. Durch die sehr kompakte Form kann der Violeds Vac gut mitgenommen werden.

Osram AirZing Compact
Osram AirZing Compact

(Bild: Osram)

AirZing UV Compact

Mit AirZing UV-Compact, in Standard und Pro Variante, letztere mit zusätzlichem HEPA-Filter, bringt Osram zwei portable Produkte eines neuen Portfolios auf den Markt, die effektiv und unkompliziert für die Luftreinigung im Innenraum eingesetzt werden können. Bei den UVC-Lichtquellen handelt es sich um Niederdruckentladungslampen. Sie sind so in den Geräten verbaut, dass kein Licht in die Umgebung abgegeben wird. Durch die abgeschirmte Lage der Lichtquelle im Gehäuse, können die Luftreiniger problemlos und sicher in Anwesenheit von Menschen und Tieren eingesetzt werden.

Der AirZing fällt im Alltagstest sofort durch seine wertige Gestaltung mit Metallgehäuse auf - zusammen mit dem enthaltenen Akku (USB-Anschluss) hat das Gerät auch ein gutes Gewicht und steht sicher. Die schlanke, hohe Form bleibt angenehm zurückhaltend, passt aber auch in die meisten Becherhalter im Auto. Zwei Gebläsestufen und einen Abschaltautomatik sind für den Alltagsgebrauch vom AirZing ausreichend und erlauben eine intuitive Bedienung. Durch die kompakte Form und die Ausrüstung mit Akku ist das Gerät auch für unterwegs sehr gut geeignet.

 

Handheld Gerät Fenix
Handheld Gerät Fenix

(Bild: Beneito Faure / High-Light GmbH)

Handheld Geräte

Aktuell werden in vielen Versionen auch Geräte angeboten, die zum Beispiel als Handgeräte für eine Desinfektion angeboten werden. Diese Anwendung ist so nur bei verantwortungsvollem Umgang zu empfehlen, besonders, wenn höhere Strahlungsdosen erzeugt werden.

Da die UVC-Strahlung auch potentiell gefährlich für Haut und Augen ist, sollte die Anwendung in geschlossener Umgebung oder anders stark kontrolliert stattfinden. Bei Handgeräten, wie sie beispielsweise auf Amazon oder Ebay in großer Variation angeboten werden, ist das nicht einfach so gegeben. Kinder etwa könnten mit solchen Geräten spielen und sich oder Spielkameraden schaden.

Vorsicht geboten ist auch bei kompakten Geräten mit freistrahlenden UVC-Quellen, die mit Fernbedienung für den Hausgebrauch angeboten werden - auch hier ist die sichere Kontrolle unumgänglich. Zumindest eine Sensorik, die die Lampen bei Näherung von Personen oder Tieren automatisch abschaltet, sollte vorhanden sein.

Einige der Geräte bieten sich als Desinfektion für unterwegs an, um etwa schnell einen Stift, einen Aufzugsknopf oder ähnliches zu desinfizieren. Modelle wie etwa das von Beneito Faure haben eine geringe Strahlung mit nur einer LED als Quelle und Sicherheitseinrichtungen wie eine automatische Abschaltung nach kurzer Zeit. Damit ist ein Mindestmaß an Sicherheit vorhanden und für die durchaus sinnvolle Anwendung unterwegs kann so ein Gerät gut dienen.

Nur muss die potentielle Gefährlichkeit dem Nutzer bewusst sein, damit auch solche Geräte noch in die Hand von Kindern geraten.

 

Hands on Fenix

Das Gerät Fenix von Beneito Faure sieht wertig aus und hat eine handschmeichlerische Form und Oberfläche. Es funktioniert mit einem kleinen Akku, der per Miro-USB (Kabel liegt bei) aufgeladen wird - Stromversorgung ist also universell vorhanden. Neben der UVC-LED sorgt eine weitere violette LED für die Anzeige des bestrahlten Feldes, was sehr gut gelöst ist.

Die Aktivierung ist intuitiv, dazu ist eine ausreichende Anleitung mit dabei. Das kleine Bestrahlungsfeld reicht für Bedienungsknöpfe oder ein Handy, für größere Flächen ist es weniger sinnvoll. Die vorgesehene Anwendung füllt das Gerät aber sehr gut aus. Für die Anwendung wird eine Entfernung von 3-5 cm für die Bestrahlung angegeben, so dass bei größerer Entfernung auch kaum noch Gefahr für andere bestehen sollte - auch mit dieser geringen Gesamtdosis wird für eine ungefährliche Anwendung gesorgt.

Die desinfizierende Wirkung von Oberflächen auf kurze Distanz ist jedoch trotzdem vorhanden. In die Hand von Kindern gehört aber auch so ein Gerät auf keinen Fall.

Testgeräte wurden jeweils von den Anbietern unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Links zu Händlern werden ohne Provisionsanspruch gesetzt.

Über den Autor
Markus Helle Chefredakteur HIGHLIGHT
Markus Helle

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Über die Firmen
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