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James Turrell im Frieder-Burda-Museum Baden-Baden

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1943 in Los Angeles geboren, begeisterte Turrell sich schon früh für das Fliegen. Heute bezeichnet er den Himmel als sein Atelier, sein Material, seine Leinwand. In den 1960er-Jahren von Minimal Art und Land Art geprägt, nutzt er unterschiedliche Techniken, die dem immateriellen Licht eine physische Präsenz verleihen. Mit "The Substance of Light" präsentiert das Museum Frieder Burda eine in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierte Werkschau.
In seinem Schaffen aus über fünf Jahrzehnten verbindet Turrell konzeptionelles Denken, Wissenschaft, Technologie und Spiritualität zu einer einzigartigen Kunstform: Das Werk entsteht in der Wahrnehmung des Zuschauers, die so geschärft wird, dass er, so Turrell, "sein eigenes Sehen sehen kann".
Das wird zu Beginn der Ausstellung deutlich, wenn man den riesigen Lichtraum Apani betritt, der bereits auf der Venedig Biennale 2011 für Furore sorgte. Ganzfeld nennt er diese Installationen, in denen der Besucher einen entgrenzt wirkenden Raum mit einer eigens komponierten Lichtsequenz betritt. Diese löst ein paradoxes Phänomen aus: Die Aufmerksamkeit wendet sich von außen nach innen, zum meditativen Beobachten.
"In gewisser Weise", erklärt der Künstler, "vereint Licht die spirituelle Welt und die flüchtige, physische Welt." Turrells Nähe zur Malerei zeigt sich in einer seiner Wedgework-Installationen. Projektionen lassen Wände und Barrieren aus farbigem Licht entstehen. Sie suggerieren räumliche Tiefe, lassen aber auch an die monochromen Leinwände der Farbfeldmalerei denken.
Mit dem Roden Crater wird auch Turrells ambitioniertestes Projekt vorgestellt: Bei einem Flug entdeckte er in den 1970er-Jahren den erloschenen Vulkan in der Wüste Arizonas und baut ihn seitdem zu einer Art Himmelsobservatorium um. Das System aus unterirdischen Hallen, Schächten und Stollen gleicht einem Tempel, der allein dem Licht geweiht ist. Eine Auswahl von Modellen, Fotografien und eine Filmdokumentation geben einen Eindruck des größten Kunstwerks auf unserem Planeten.
Modelle und Drucke von Turrells Skyspaces sind im Mezzanin zu sehen: Dieser Teil der Schau ist den begehbaren und architektonisch individuell der Umgebung angepassten Lichträumen, den sogenannten Skyspaces, gewidmet. Das sind solitäre Baukörper, aber auch einfache Räume in bereits bestehender Architektur, in deren Decken Öffnungen eingelassen sind, durch die man den Himmel wie ein lebendiges Gemälde betrachten kann.
Im Obergeschoss des Museums wird eine Auswahl weiterer Lichtarbeiten präsentiert. So eine seiner selten gezeigten 'Dual Shallow Space Constructions', die Lichtrahmen vor einer Lichtwand oder in einen Lichtraum erscheinen lassen, und eines seiner verblüffenden 'Projection Pieces', der frühesten Serie: Hier visualisiert ein Projektor einen leuchtenden geometrischen Körper in einer Raumecke. Im Kabinett des Obergeschosses werden neue, noch nie gezeigte Arbeiten aus der zweidimensionalen Hologram-Serie ausgestellt.
Im Untergeschoss erwartet den Besucher schließlich eine Neuanfertigung für die Sammlung Frieder Burda: Die 'Accretion Disk' gehört zu der 'Curved Wide Glass Series', deren Objekte ihre Farben im Laufe von Stunden verändern. Zudem wird der kosmische Aspekt von James Turrells Kunst spürbar: In der Astrophysik bezeichnet eine Akkretionsscheibe eine aus Gas oder interstellarem Staub bestehende Scheibe, die um einen neugeborenen Stern rotiert.
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr, an allen Feiertagen geöffnet.
Als langjähriger Lichtpartner von James Turrell und des Museum Frieder Burda stand Zumtobel dem Künstler sowie dem Kunstmuseum beratend zur Seite und unterstütze bei der technisch anspruchsvollen Umsetzung der einzelnen Kunstwerke.
Museum Frieder Burda - www.museum-frieder-burda.de
James Turrell - www.jamesturrell.com
Fotos: Florian Holzerr - www.florian-holzherr.com
Zumtobel - www.zumtobel.com
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