Stiftung Warentest: Der Kunde bleibt im Dunkeln

Der schnelle Griff zur Glühbirne
Die Fachverkäufer könnten helfen, die passende Lampe für das Wohnzimmer, die Küche oder das Treppenhaus zu finden. Und sie sollten dem Kunden die neuen Möglichkeiten erläutern, die er heute für eine energiesparende Beleuchtung hat. Sie könnten, wie gesagt. Doch die Auskünfte der Verkäufer sind nicht unbedingt erhellend.
Viel zu oft gehen noch herkömmliche Glühlampen über den Ladentisch, wie Recherchen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest zeigten. In einer Stichprobe besuchten BUND-Testkunden 35 Filialen von Bauhaus, Conrad, Ikea, Media Markt, Obi, Praktiker und Saturn.
Die wenig erhellenden Auskünfte
Das Ergebnis der BUND-Einkaufstour lässt einiges zu wünschen übrig: In immerhin 15 der 35 besuchten Märkte empfahlen die Verkäufer als Ersatz spontan wieder eine Glühbirne. In den übrigen Fällen verwiesen sie meist auf Energiesparlampen oder Halogenlampen in Birnenform. Halogenlampen sparen auch Stromkosten, allerdings weniger als Energiesparlampen.
Die besondere Situation bei Ikea
Auf eine besondere Situation trafen die Testkunden bei Ikea: Das schwedische Möbelhaus hatte die herkömmlichen stromzehrenden 40- und 60-Watt-Glühbirnen bereits im Vorgriff auf das Verbot aus dem Sortiment genommen. Und so bot das Personal von Ikea den Testkunden nur Energiespar- und Halogenlampen an. Anderswo verschwindet derzeit nur Ware, die laut Glühlampenverbot auch verschwinden muss: 100-Watt-Glühbirnen oder die mattierten Lampentypen fanden die Testkunden im Dezember nur noch als „Restbestände“ in etwa jedem vierten Markt.
Der falsche Rat des „Fachmanns“
Pech hat, wer falsche Informationen vom „Fachmann“ bekommt. „Energiesparlampen lohnen sich wegen langer Aufhellzeit erst ab drei Stunden Brenndauer am Stück“, war sich ein Verkäufer bei Ikea sicher. Das ist Unfug: Bei unseren Tests erreichten die Lampen bereits spätestens nach 1 bis 2 Minuten 80 Prozent ihrer vollen Helligkeit.

In einer Saturn-Filiale behauptete der Verkäufer, dass „häufiges Schalten schlecht für die Lebensdauer der Energiesparlampen“ ist. Tatsächlich überlebten im Test gute Lampen mehr als 210.000 Schaltzyklen.
Die Kompetenten und Engagierten
Wenn die Tester Glück hatten, trafen sie in verschiedenen Märkten durchaus auf kompetente und engagierte Verkäufer, die ihnen halfen, zum Beispiel bei Conrad in Berlin-Steglitz: Vom Kunden angesprochen, übernahm der Verkäufer die Initiative. Im Hinblick auf die Lampenform fragte er, ob die Lampe in der Leuchte zu sehen sein soll.

Dann informierte er über die lange Lebensdauer von Energiesparlampen und erklärte die für Kunden oft noch gewöhnungsbedürftigen Lumen-Angaben für den Lichtstrom. Um die Aufhellzeit und die Lichtfarbe zu demonstrieren, schraubte er die Lampe an einem Pult ein. Als sie zu schummrig wirkte, probierte er eine andere.
Das Fazit der Tester
Das immer vielfältigere und bessere Angebot an moderner Lichttechnik bietet Chancen und verlangt Beratung. Doch die erweist sich in der Praxis viel zu oft als spärlich. So steigt das Risiko ärgerlicher Fehlkäufe.
Handelsunternehmen mit zu wenigen oder unzureichend geschulten Verkäufern schaden sich letztlich selbst: Wenn schlecht informierte Kunden veraltete Billigbirnen kaufen und in der Folge unnötig viel Geld für hohe Stromrechnungen ausgeben, fehlt es an anderer Stelle. Zum Beispiel auch beim nächsten Einkauf.

Quelle:


Stiftung Warentest
Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe 02/2010 der Zeitschrift Test (www.test.de) oder im Internet als kostenloses PDF.
http://www.test.de/themen/haus-garten/meldung/-Energiesparlampen-Kaufberatung/1841018/1841018
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