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Klosterkirche Dargun: Von der Ruine zur modernen Konzerthalle

Bewegte Geschichte: Modernisierung und bleibende Baustellen
Das Kirchengebäude geht auf eine bereits 1172 erbaute Kapelle zurück, die Teil der Klosteranlage war. Am Ende des zweiten Weltkrieges fiel sie einem verheerendem Brand zum Opfer. Dem Engagement Darguner Bürger und Denkmalschützer ist es zu verdanken, dass die Anlage schließlich einen Platz auf der zentralen Denkmalliste der ehemaligen DDR erhielt. Im Zuge umfangreicher Renovierungs- und Sanierungsarbeiten erhielt die Klosterkirche von 1991 an neben neuen Fenstern und Türen auch ein modernes Dach. Doch zwei Baustellen blieben: Akustik und Licht.

Schwierige Ausgangslage: Düstere Atmosphäre und störender Hall
Die unzureichende Akustik im wiederhergestellten Hallenschiff zählte zu den besonders großen Herausforderungen. Aufgrund des Halls hatten Besucher beispielsweise bei Vorträgen Probleme, den Rednern zu folgen – selbst wenn sie nur wenige Meter entfernt saßen. Hinzu kam eine in die Jahre gekommene Beleuchtung, die im Innenraum selbst tagsüber für eine düstere Stimmung sorgte.

„Dieses ungemütliche Ambiente passte nicht zu diesem beeindruckenden Gebäude. Es schrie förmlich danach, inszeniert zu werden“, beschreibt Architekt Martin Beyer seinen Eindruck, als er die Räumlichkeiten erstmals sah. Nach 2011 wurde schließlich der Auftrag erteilt, ein Konzept für einen zeitgemäßen Veranstaltungsraum zu entwickeln. Finanziert wurde das Großprojekt durch Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern und zusätzlich durch private Spenden.

Akustisch wirksame Textildecke und ein innovatives Beleuchtungskonzept kombinieren
Statt einer einfachen Flachdecke entschieden sich die Planer nach einem Gutachten für eine Decke aus akustisch wirksamem Textilstoff (Serge Ferrari), die den Charakter des zerstörten, ursprünglichen gotischen Kreuzgewölbes erhielt. „Im Gegensatz zu einer Flachdecke fügt sich das Hightech-Material exzellent in das Ambiente des historischen Gebäudes ein. Die Gliederung der Akustikdecke nimmt den Duktus der ursprünglichen Geometrie des Gewölbes auf und reduziert die Nachhallzeit“, sagt Martin Beyer.

Auch für die Beleuchtung wurde eine Lösung benötigt, die sich ohne viel Aufwand in die bestehenden  alten Gemäuer integrieren ließ und einfach zu bedienen war. Nach einer digitalen 3-D-Analyse fiel die Wahl schließlich auf Homeworks QS von Lutron.

Umsetzung: Deutschlandweit einmalige Lösung
Nachdem das Projekt mit den verschiedenen Verantwortlichen wie Bürgermeister, Pfarrer und Kirchengemeinde, Landeskonservator und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, abgestimmt war, begann im Dezember 2013 die Installationsphase, die bis Februar 2014 dauerte. Für die neue Akustikdecke wurden drei Textilsegel auf eine Aluminiumkonstruktion gespannt. Jedes der freitragenden Segelelemente ist zehn mal zehn Meter groß. Die Konstruktion der in der Mitte hochgezogenen und lediglich an den Wänden fixierten Decke ist deutschlandweit einmalig.

Dank der Lichtlösung entstand im Innenraum der Klosterkirche ein Ambiente, das Tradition und Moderne auf beeindruckende Weise verbindet: Neben drei Kronleuchtern wurden insgesamt 28 dimmbare Halogenleuchten installiert. Dabei sorgte das mittelalterliche Mauerwerk bei Planern und Installateuren für Kopfzerbrechen: „Es existiert in der Kirche kein rechter Winkel“, sagt Detlef Jeenicke, der als Repräsentant für Lutron und für den Hersteller der Leuchtenlösung Spittler Lichttechnik unter anderem beratend für das Projekt tätig war.

„Die Herausforderung bestand nun darin, krumme Flächen mit geraden Strahlen zu beleuchten.“ Hinzu kamen weitere Schwierigkeiten. Das etwa ein Meter starke Mauerwerk erwies sich für Bohrversuche als zu robust. Aus diesem Grund musste beispielsweise der WLAN-Router, ein zentrales Element für die Steuerung der Lichttechnik, statt außerhalb der Kirche im Inneren positioniert werden. Er befindet sich nun direkt unter der Orgel.
Effiziente und flexible Lichtinszenierung
Für die Beleuchtung der Klosterkirche hat sich der Architekt und der Bauherr für das Lutron System Homeworks QS entschieden: „Dank der Variabilität von Homeworks QS konnte auf alle bestehenden Wünsche der Auftraggeber eingegangen werden“, sagt Detlef Jeenicke. „Ganz einfach lassen sich so ohne zusätzlichen Programmieraufwand zum Beispiel verschiedene Lichtszenarien einstellen.“ Insgesamt wurden elf verschiedene Lichtszenen vorinstalliert. Sie bieten ideale Lichtverhältnisse beispielsweise für Führungen, Gottesdienste, Lesungen oder Trauungen. Die Bedienstelle des Systems, das sich in einem Nebenraum der Kirche befindet, lässt sich bequem via W-LAN über iPhone oder iPad steuern.

Ein weiterer Vorteil ist die Effizienz des Systems: Die Lutron Lösung sorgt dafür, dass den Halogenleuchten selbst bei maximaler Helligkeit nur 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit abverlangt wird. Durch diese bewusste Reduzierung verlängert sich die Leistungsdauer der Leuchten erheblich, ohne dass sich daraus eine Einschränkung für die Nutzer ergibt: Sie können wie gewohnt zwischen einem und 100 Prozent dimmen. Insgesamt bietet das System zudem vier DMX-Kreise. Externe Ton- und Lichttechniker können dank dieser Schnittstellen ihr eigenes Equipment problemlos in die bestehende Technikinfrastruktur integrieren – und so beispielsweise bei Events ihre individuellen Lichtszenen aufrufen.

Lichtinszenierung erweckt Gebäude zu neuem Leben
Aus der hallenden Ruine ist ein moderner Mehrzweck- und Veranstaltungsraum für 200 Gäste geworden. Heute finden darin Gottesdienste, Empfänge der Stadt, Kammerkonzerte oder Kunstausstellungen statt. Dank der innovativen Lutron Lichtsteuerung lässt sich die Klosterkirche Dargun dem Anlass entsprechend flexibel beleuchten. Durch die Inszenierung bietet der Kirchenraum zu jeder Tageszeit ein einladendes Ambiente. Optimale Akustik – egal ob für Musikdarbietungen oder Reden – garantiert die dem ursprünglichen Gewölbe nachempfundene Decke aus Segelelementen.

„Das Erfolgsrezept der Klosterkirche ist ein ganzheitliches Modernisierungskonzept, bei dem die Erneuerung von Beleuchtung und Akustik Hand in Hand gehen“, sagt Lichtsteuerungsexperte Jan Ewald von Lutron. „So entstand ein hochmoderner Raum mit traditionellem Charme, der heute durch zahlreiche Events mit neuem Leben gefüllt werden kann.“

Fallstudie im Überblick


Objekt:
Klosterkirche Dargun

Planung:
seit 2011

Renovierungszeitraum:
Dezember 2013 – Februar 2014

Lichtsteuerung:
Lutron Homeworks QS

Leuchtenlösung:
Spittler Lichttechnik

Architekt:
beyer architekten, Martin Beyer

Beratung:
Licht der Architektur, Detlef Jeenicke
beyer architekten - www.beyerarchitekten.com
Licht der Architektur, - www.lichtderarchitektur.de
Spittler Lichttechnik - www.spittler.de
Lutron - www.lutron.com
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