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Klaus-Günter Vennemann - Osram: "Zukunft mit Lösungen"

Steckbrief
Der gebürtige Duisburger Klaus-Günter Vennemann (Jahrgang 1954) ist Elektrotechniker und machte gleich zu Beginn seiner Karriere Auslandserfahrungen bei Getrag Gears of North America Inc., wo er von 1982 bis 1990 tätig war und die Position des Produktionsleiters / Exec. VP Operations bekleidete. Von 1990–1992 war er bei der Getrag GmbH & Cie als Geschäftsführer/VP Manufacturing tätig, bevor er dann 1992 als Geschäftsführer zur LuK Fahrzeug-Hydraulik GmbH & Co. KG wechselte. Von 1993 bis 1996 war Vennemann Mitglied der Geschäftsleitung Vertrieb & Marketing der LuK GmbH & Co., von 1996-1997 Geschäftsführer der TRW Fahrwerksysteme GmbH. Von 1997 bis 2009 war er dann bei der LuK GmbH & Co. oHG  Geschäftsführer Vertrieb & Marketing sowie Leiter Marketing der Schaeffler Automotive.

Seit Juli 2009 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung der Siteco Lighting GmbH, die seit Anfang 2011 Teil von Osram ist. Seit September 2011 steht er innerhalb der Osram AG als CEO der Business Unit General Lighting vor.

Herr Vennemann, auch in diesem Jahr wird die Entwicklung bei den LED den Lichtmarkt bestimmen, obwohl die LED noch nicht überall eingesetzt wird. Wie groß ist der Umsatzanteil, den Osram zurzeit mit LED erwirtschaftet?

K.G. Vennemann: Wir sind da schon gut im Geschäft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 hat Osram bereits rund 25 % seiner Umsätze mit LED-basierten Produkten gemacht. 

Was sind die Produktbereiche, die schon jetzt bedient werden? Und was sind aus Ihrer Sicht die nächsten Bereiche, die die LED übernehmen wird?

K.G. Vennemann: Wenn man sich die Marktanalysen zum Beispiel von McKinsey anschaut, so bekommt man in der Architekturbeleuchtung bis 2016 einen LED-Anteil von mehr als 70 %, im Einzelhandel werden es dann rund 50 % sein, jeweils wertbasiert. Der Bereich Hospitality wird 2016 ebenfalls dort liegen, genauso etwa die Beleuchtung zu Hause. Also kann man schon davon sprechen, dass SSL-Technologie – zum Beispiel LED und OLED – in vier Jahren etwa die Hälfte des Marktes ausmachen.

Andere Sektoren, wie die Bürogebäude oder die Industriebeleuchtung kommen in diesem Zeitraum aber nur auf 30 beziehungsweise 20 % Marktanteil, da hier etablierte Techniken wie die 16-mm-Leuchtstofflampe eine starke Position haben. Und das mit Recht, denn hier haben wir dem Nutzer ausgereifte, sehr effiziente Lösungen zu bieten.


Ein großes Defizit ist meines Erachtens momentan noch in der Information der Endkunden und auch der Bauherren, die noch nicht genügend über energiesparende Lichtquellen wissen. Wie gehen Sie das Problem an?

K.G. Vennemann: Wir haben seit der letzten Light & Building eine Lichtberatungskampagne gestartet und weltweit mehr als 50.000 Beratungstage im Handel durchgeführt, bei dem wir die Endkunden direkt am Regal über ihre Möglichkeiten beraten haben. Denn gerade hier ist die Unsicherheit groß, wenn es darum geht, die alten Glühlampen zu ersetzen. Vom Produkt her bieten wir einige Alternativen, und ob nun die neue LED-Lampe oder die Halogenersatzlampe am besten substituiert, kommt auf den Einsatz an.

Und auch bei den professionellen Anwendern beraten wir. Unsere Roadshow, die Building Knowledge Tour, wurde von etwa 7.000 Lichtplanern, Architekten und Elektroinstallateuren besucht, die so ebenfalls viel über die Möglichkeiten der effizienten Beleuchtung erfahren haben.


Osram hat in den letzten Jahren in den Ausbau der Wertschöpfungskette investiert und Spezialisten wie Traxon und Encelium, aber auch den breit aufgestellten Leuchtenhersteller Siteco integriert. Wie bewerten Sie diese Schritte?

K.G. Vennemann: Diese Schritte sind für Osram außerordentlich
positiv – und das meine ich nicht nur, weil ich von Siteco komme. Wir sind damit auf dem Weg zum Komplettanbieter für Licht. In der Vergangenheit war Osram stets ein Anbieter von Komponenten, von der Lampe bis zur Steuerung und später auch LED und OLED wird hier alles abgedeckt. Da durch die LED die Trennung von Leuchten und Komponenten aber immer mehr aufgehoben wird, war es auch notwendig, dass Osram sich verändert. Wir haben nun auch die Expertise in den Bereichen der professionellen Beleuchtung und der Lichtsteuerung sowie spezieller LED-Leuchten und sind insgesamt gut für den Wettbewerb aufgestellt. Ganz gleich wie schnell sich der Markt  von traditionellen Technologien hin zu LED entwickelt – wir sind dabei.



Mit der Light & Building steht das alle zwei Jahre stattfindende Großereignis für Licht ins Haus. Bestimmendes Thema wird wieder die LED sein – wo sehen Sie hier die Schwerpunkte?

K.G. Vennemann: Aus meiner Sicht wird die Messe zwei Botschaften senden: Zum einen ist die LED in der Allgemeinbeleuchtung angekommen, und zwar für den professionellen Nutzer wie den Endverbraucher. Es gibt jetzt LED-Retrofits für immer mehr Leistungsstufen bis hinauf zum 75-W-Ersatz, und das auch zu erschwinglichen Preisen. Eine Lampe, die im Lichtstrom etwa 50 W Glühlampenleistung entspricht, wird im Sommer für etwa 20 Euro zu haben sein.
Für den Profi ist wichtig, dass mithilfe von Zhaga die Standardisierung vorangetrieben und damit Planungssicherheit gegeben wird. Mit modularer Bauweise, wie sie durch solche genormten Module realisiert wird, kann über lange Zeiträume hin eine Beleuchtungsanlage betrieben und in Stand gehalten werden.
Das Zweite ist, dass wir vernetzte Lösungen zeigen.

Ein gutes Beispiel ist das Museum Lenbachhaus in München, in dem eine grundlegend neue Beleuchtung installiert wird: Hier wird das Licht so vernetzt, dass neben den lichttechnischen Gütemerkmalen, die die Museumsbeleuchtung erfordert, auch die Energieeffizienz gegeben ist. Kunstlicht und Tageslicht sind aufeinander abgestimmt und damit sind sowohl der Konservator als auch der Facility Manager mehr als zufrieden.
Solche Lösungen sind die Zukunft, und das wird die Messe zeigen.


Wie weit wird das Thema OLED zur Messe sein?
K.G. Vennemann: Nachdem wir 2008 die erste Leuchte „Early Future“ von Ingo Maurer gezeigt haben und zur Messe 2010 ein erstes Panel in der Serienfertigung hatten, wird es in diesem Jahr deutlich, dass die OLED bereit für die funktionale Beleuchtung ist.

Wir halten Effizienzrekorde für starre und flexible OLED. Und wir zeigen auf der Messe Panel aus unserer Pilotproduktionslinie, die mit 40 lm/W deutlich effizienter sind als die bisherigen. Wir demonstrieren damit, wie man gute Beleuchtungsstärken mit OLED erreichen kann.

Natürlich hat das Thema weiter Potenzial. Wir erwarten, dass wir ab Ende dieses, Anfang kommenden Jahres die Transparenz als zusätzliches Feature anbieten können und ab etwa 2014 oder 2015 den Durchbruch bei flexiblen OLEDs erzielen. Aber mehr dazu können Sie direkt auf der Messe sehen.




Herr Vennemann, vielen Dank für das Gespräch.

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Fotos: Christoph Meinschäfer

Osram - www.osram.de

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