Axel Meise - Occhio: "Kontinuierliche Entwicklung"

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Steckbrief
Schon während seines Studiums Anfang der 1980er-Jahre begann Axel Meise, aus seinem Hobby Leuchtendesign eine Profession zu machen. 1987 präsentierte der Autodidakt erstmalig eine eigene Leuchtenkollektion, die er in den folgenden Jahren konsequent ausbaute. In den 1990er-Jahren hat er zusätzlich ein Lichthaus in München übernommen und sich mit Lichtplanung und Lichtgestaltung beschäftigt.

Aus diesen Erfahrungen heraus entsteht Mitte der 1990er-Jahre die Idee zum universell verwendbaren Leuchtensystem Occhio. Zusammen mit dem Physiker Christoph Kügler entwickelt er eine modulare Produktfamilie aus Kopf und Körper, die 1999 auf den Markt kommt. Occhio erringt in der Folge mehrere Designpreise und hat sich seitdem zu einer der erfolgreichsten Leuchtenmarken in Europa entwickelt.

Herr Meise, immer wieder in den letzten Jahren hatte man den Eindruck: Jetzt ist das Occhio-Programm rund und es gibt für alle Licht-Probleme eine Antwort. Und dann kam wieder etwas Neues, das den Occhio-Gedanken konsequent fortsetzt. Wie funktioniert Ihr Think-Tank?

A. Meise: Diesen Kreativprozess zu beschreiben, ist schwierig. Es gibt keinen festgelegten Innovationsprozess bei uns, doch wir folgen einer grundsätzlichen Philosophie: Das Bestreben ist, immer wieder etwas Neues, Besonderes zu schaffen, das dem Anwender einen echten Mehrwert bietet.

Und das immer im Rahmen dessen, was er von Occhio erwarten kann: Ein ganzheitliches Konzept mit ungewöhnlichen Detaillösungen auf höchstem Qualitätsniveau. Dabei kommen die Ideen nicht von Außen, sondern von innen, nämlich von meinem Designpartner Christoph Kügler und mir. So schaffen wir es, authentisch zu bleiben.

Welchen Stellenwert hat der Fachhandel für Sie? Wo sehen Sie Entwicklungsmöglichkeiten für den klassischen Leuchtenfachhändler?

A. Meise: Der Fachhandel hatte von Beginn an eine entscheidende Bedeutung für uns: Occhio ist ein modulares System, was extrem viele Möglichkeiten für die Lichtgestaltung bietet, doch das muss dem Anwender vermittelt werden. Diese Beratungsfunktion übernehmen unsere Fachhandelspartner, und das sehr erfolgreich.

Für uns ist der Fachhandel daher auch in Zukunft von großer Bedeutung. Grundsätzlich scheint mir wichtig, dass der Fachhandel sich auf seine Beratungskompetenz besinnt, denn Leuchten kaufen kann man auch im Internet, doch für gute Lichtgestaltung braucht es mehr, nämlich Erfahrung, Kreativität und intensiven Austausch mit dem Kunden oder Architekten.


Das Thema LED bespielen Sie jetzt komplett, aber Sie sind erst relativ spät eingestiegen. Was waren die Gründe dafür?

A.Meise: Wir wollen aus unserer Philosophie heraus den Kunden immer eine perfekte Lösung bieten. Daher sind zum Beispiel auch heute, in Zeiten des Glühlampenverbots, unsere Kunden auf der sicheren Seite. Wir haben für die 2016 auslaufenden Halogenlampen beispielsweise Alternativen im Programm, sodass man auch heute noch mit gutem Gewissen als Händler so eine Leuchte verkaufen kann – und der Kunde kann genauso sicher sein, dass er seine Leuchte auch in Zukunft nutzen kann.

Daher haben wir die LED erst dann in unser Portfolio aufgenommen, als die Leistungsfähigkeit und insbesondere die Lichtqualität unserem Anspruch gerecht wurden. Christoph Kügler und unser Entwicklungsteam erarbeiten zusammen mit den Herstellern eigene Lösungen, die diese hohe Lichtqualität sicherstellen, aber auch die gewohnten Komfortmerkmale wie die Dimmbarkeit ermöglichen, und durch eine Wechselmöglichkeit gleichzeitig langfristig zukunftssicher sind. Was heute machbar ist, war noch vor Kurzem technisch nicht zu integrieren.


Sie sind international bereits intensiv tätig, nicht zuletzt gibt es außerhalb Deutschlands schon zwei komplette Occhio-Stores Ihrer Handelspartner. Wo sehen Sie die Erfolg versprechendsten Entwicklungen für die Zukunft? 

A. Meise: Unser Schwerpunkt ist und bleibt in Mitteleuropa: Hier gibt es ein dichtes Netz kompetenter Fachhändler, und mit diesem wollen wir gemeinsam wachsen. Dabei wird es in Zukunft sicher mehr und mehr von Fachhändlern betriebene Occhio-Stores geben, von denen die ersten gerade entstehen.



Mit Ihrem PoS-Konzept (Point-of-Sale) bieten Sie den Handelspartnern eine sehr umfangreiche, aber auch skalierbare Lösung. Wie nutzt der Markt Ihre Marketingangebote?

A. Meise: Erst mal: sehr gut. Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viele neue PoS-Präsentationen eingerichtet, vom relativ kleinen Präsenter bis zu Shop-in-Shop-Lösungen und den schon angesprochenen Stores in Luxemburg und Dänemark. Sieht man auf die Kennzahlen, so kann man konstatieren, dass im letzten Jahr die Umsätze mit Occhio-Partnern insgesamt schon deutlich über dem Wachstumsdurchschnitt des Marktes lagen.

Die Umsatzzuwächse der Partner mit dem neuen PoS-Konzept sind aber noch um ein Mehrfaches darüber. Die Investition hat sich hier für die Partner also gelohnt. Und die Nachfrage ist entsprechend. Wir haben bisher über 100 der neuen PoS-Lösungen im Markt aufgebaut und unser Aufbauteam ist weiter gut gebucht.


Warum bieten Sie mit der Serie io 3d jetzt eine Leuchtenserie an, die das Occhio-System in neue Formen übersetzt?
A. Meise: Die io 3d verbindet die multifunktionale, modulare Occhio-Grundidee mit den Möglichkeiten der neuesten LED-Technologie, und das in ganz eigener, charakteristischer Form. Dabei steht der ‚joy of use’ im Vordergrund: Von der Beweglichkeit über unser neues 3D-Gelenk, den magnetischen Wechselmechanismus der optischen Komponenten bis zur berührungslosen Sensorsteuerung ist die Bedienung vollkommen neu und macht einfach Spaß. 

Die io 3d Leuchtenfamilie macht es möglich, die LED Technologie sowohl in der privaten Umgebung als auch im Objekt sinnvoll zu nutzen – denn neben der hohen Effizienz kann die Lichtfarbe gewählt und die Lichtwirkung individuell bestimmt werden. Nicht zuletzt bietet die Serie dem Handel eine Möglichkeit, vorhandene Kunden anzusprechen und schon aktive Occhio-Nutzer mit neuen Ideen zu begeistern. Ab Januar wollen wir die Leuchten auf den Markt bringen.



Welchen Stellenwert hat das Projektgeschäft für Occhio?
A. Meise: Mit der Ein- und Aufbaustrahlerserie Più haben wir den Schritt in diesen Markt gemacht und in der uns eigenen Formensprache und technischen Detailtiefe einzigartige Leuchten entwickelt. Più bietet neben Halogenversionen für den Wohnbereich auch alle im Projekt benötigten Lichtquellen, von Entladungslampen bis hin zu LED in verschiedenen Versionen. 

Damit haben wir bereits viele Projekte realisiert, zum Beispiel kürzlich den Cedon-Design-Shop im Münchener Flughafen. Mit dem gerade vorgestellten Più Raumstrahlersystem erweitern wir die Più-Serie um einzigartige Produkte, die den Systemgedanken und Designanspruch von Occhio mit neuester LED-Technologie verbinden. Dabei erreichen wir ganz neue Leistungsstufen, die es möglich machen, mit LED Räume umfassend und auf ganz neue Art zu beleuchten. Dieses neue System werden wir zur light + building im kommenden Jahr auf den Markt bringen.

Dadurch und durch gezielte Marketing-Aktivitäten werden wir unsere Präsenz bei Architekten und Planern erhöhen. Wir wollen das Projektgeschäft zusammen mit unseren Partnern im Handel forcieren und Occhio auch dort als Marke platzieren.


Herr Meise, vielen Dank für das Gespräch.

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Fotos: Nadine Ingold

Occhio GmbH - www.occhio.de

Über die Firma
Occhio GmbH
München
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