Torsten Braun, Die Lichtplaner
Kommentar





Torsten Braun
Die Lichtplaner, Limburg

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aus HIGHLIGHT 9/10 2008


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Menschen in den Mittelpunkt

"Die Beleuchtung von Arbeitsplätzen in den Büros ist ein äußerst sensibles Thema, das den Menschen in den Fokus rücken sollte. Dabei zeigt die Erinnerung, dass in schnellem Wandel und grundsätzlich im Brustton der Überzeugung – immer zu Ihrer Zeit – die gerade aktuelle Doktrin zur Arbeitsplatzbeleuchtung von den jeweiligen Entdeckern oder gar Profiteuren als die allein selig machende Wahrheit gepriesen wurde.

Es kann auch sein, dass man sich älter fühlt als man ist, wenn man einmal Revue passieren lässt, was allein in den letzten 15 Jahren an unterschiedlichen Konzepten und Systemen so alles verkauft worden ist: In den achtziger Jahren wurden Rasterleuchten propagiert, die so stark abgeblendet waren, dass Büros wie dunkle Höhlen wirkten und nur die Arbeitsfläche allen Erfahrungen der täglichen Wahrnehmung und Ergonomie zum Trotz brüllend hell erschien.

Später kamen dann leicht mattierte Raster, um wieder 'Licht' zu zeigen, gefolgt von segelartigen Sekundärreflektor-Leuchten, um die Schrecklichkeiten der Hardcore-BAP-Technologie vergessen zu machen. Anfang der neunziger Jahre waren dann auf einmal nur noch abgependelte Direkt-/Indirektsysteme 'in', die sich sogar trauten, orthogonal der Fassade und damit längs der Arbeitsfläche arrangiert zu sein – eine bisher streng geächtete Anordnung in Büros.

Und jetzt werden nur noch Stehleuchten eingesetzt, weil es so wenig Planung braucht, so wahnsinnig preiswert und so unglaublich flexibel ist – der Nutzer wird wieder nicht gefragt, wenn die gepriesene Hochtechnologie voll automatisch den Menschen dimmend und schaltend entmündigt.

Und dann noch die allerneueste Prismentechnologie – mit einem 'Touch' der Sixties. Geht doch …

Zum Glück gibt es sogar Menschen, die sich mit einer individuell benutzbaren und vor allem beeinflussbaren Tischleuchte sehr wohl fühlen, kombiniert mit soviel Licht, dass Raum und Umgebung angenehm illuminiert sind.

Hoffentlich denken Betreiber, Architekten, Planer, Leuchtenhersteller usw. jetzt ernsthaft darüber nach, was der Nutzer eigentlich möchte – und nicht die vermeintlichen Entdecker einer neuen Licht-Philosophie, die meist auch noch die Profiteure sind."

 
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