Im Gespräch mit Oligo-Geschäftsführer Thomas Dulas

11.10.2017

Thomas Dulas ist in seiner neuen Position für die Geschäftsbereiche Oligo Lichttechnik und RSL Lichttechnik in Sankt Augustin sowie der Oligo Surface Controls in Lenzen verantwortlich. Der 50-jährige Dipl.-Betriebswirt war in den vergangenen Jahren erfolgreich als Geschäftsführer für verschiedene Premiumhersteller in der Bodenbelags- und Möbelindustrie tätig und hat umfassende Erfahrungen sowohl in Konzernstrukturen als auch im Mittelstand gesammelt.

Thomas Dulas, Geschäftsführer der Oligo Lichttechnik GmbH, im Gespräch mit Markus Helle, Redaktionsleiter HIGHLIGHT des Hüthig-Verlags. Foto: David Ertl / HGEsch Photography

Seit Jahren ist Oligo als Premium-Anbieter im Leuchtenmarkt tätig und baut diesen Anspruch auf weitere Produktbereiche aus. Zum Portfolio mit Designleuchten und Oberflächenkontroll-Systemen, mit denen der Automotive-Markt beliefert wird, kommen seit Kurzem auch die Leuchten von RSL hinzu, die als Qualitätsleuchten für architektonische Projekte das Programm erweitern. Wir sprechen mit Thomas Dulas, Geschäftsführer bei Oligo Lichttechnik und verantwortlich für alle drei Bereiche des Unternehmens.

Herr Dulas, wie weit sind Sie mit der Integration des aktuellen Zukaufs RSL in die Oligo Lichttechnik?

Dulas: Wir haben einige große Schritte gemacht und sind nun komplett mit Oligo an den RSL-Standort in Sankt Augustin gezogen. Die räumliche Nähe und das architektonisch hochwertige Gebäude haben uns dazu bewogen – und natürlich auch die betriebswirtschaftlichen Vorteile, die die Zusammenlegung mit sich bringt. Die Industrie-Leuchten von Oligo Surface Controls werden aber weiterhin an Standorten nahe der Automobilindustrie in Nord- und Süddeutschland produziert.

Welche Synergien bringen die eigentlich sehr unterschiedlich aufgestellten Marken mit sich?

Dulas: Die Unterschiede sind wirklich groß, allein schon wenn man die Produktportfolios der Marken betrachtet. Wir haben aber in der Überprüfung der Produkte festgestellt, dass einige Dinge, die wir bisher von externen Zulieferern bezogen haben, auch intern von RSL für Oligo gefertigt werden können. Das gibt uns mehr Freiheit und Unabhängigkeit in der Produktplanung.

Wie entwickelt sich denn das Portfolio weiter?

Dulas: Besonders das klassische Oligo-Portfolio mit vielen Design-Klassikern und dekorativen Leuchten unterliegt seit dem Aufkommen der LED einem stetigen Umbruch. Wir haben jetzt weiter das Programm überarbeitet, sodass es bis auf vereinzelte Ausnahmen nur noch die LED als Leuchtmittel gibt. Der Relaunch der Marken, wie wir ihn gerade durchführen, hat uns zur Bereinigung im Sortiment gebracht – Oligo soll nicht nur mit Schienensystemen in Verbindung gebracht werden. Dort haben wir besondere Kompetenz, die wir auch weiter fortführen, es gibt aber auch unsere anderen Leuchtenfamilien, die wir erfolgreich im Markt haben und die auch weiter zu unserem Bild beim Kunden beitragen sollen.

Die Leuchte Rio war ja auch erfolgreich beim Wettbewerb Leuchte des Jahres 2016 vertreten.

Dulas: So etwas bestärkt uns, dass das Publikum die Leuchten auch wertschätzt. Das sehen wir auch an unseren Umsätzen im Markt.

Wie wird es mit der Schiene weitergehen? Haben Schienen- oder auch Seilsysteme eine Zukunft?

Dulas: Die Schiene ist trotz vieler Unkenrufe immer noch Thema im Markt, weil sie dem Kunden Flexibilität bietet. Die LED-Technik setzt dies weiter fort, denn moderne Leuchten an der Schiene können einzeln gesteuert werden, Sie können sich Szenen programmieren. Diese Intelligenz bringen wir jetzt auch in vorhandene Systeme, die wir so gesehen lichttechnisch modernisieren können. Das gilt auch für die Seilsysteme, die momentan so etwas wie eine kleine Renaissance erleben – immer verbunden mit Intelligenz. Diese Intelligenz bedeutet natürlich auch, dass wir die Leuchten in den Systemen erneuern. Mit Retrofit-Leuchtmitteln haben Sie ja eher nur den Energiespareffekt, den vollen Komfort bringt erst die moderne LED-Leuchte.

Welche Leuchten will der Kunde Ihrer Meinung nach haben?

Dulas: Wir entwickeln für den Kunden flexible Lösungen, wobei wir Flexibilität in mehreren „Dimensionen“ sehen. Zum einen sind das Freiheitsgrade, die es schon lange bei uns gibt, unterschiedliche Farben, Größen oder Seillängen. Dann die Flexibilität im Licht, die jetzt neben der Dimmung auch Farbe oder Farbtemperatur umfassen kann. Und schließlich eine Flexibilität im Ort, denn wenn man sein Licht mitnehmen will, sollte man das auch tun können. Wir werden da neue Denkansätze vorstellen.

Was kann man da erwarten?

Dulas: Da wir bewusst im kommenden Jahr aufgrund der Umstrukturierungen nicht zur Messe in Frankfurt gehen werden, konzentrieren wir uns auf Neuheiten, die in den "emotionalen Purismus" von Oligo passen. Es werden Leuchten, die nicht leicht reproduzierbar sind und so eine gewisse Alleinstellung im Markt bieten. Wir wollen nicht nur Lichtobjekte verkaufen, sondern dem Kunden auch mehr Nutzen bieten. Dafür brauchen wir Partner, die den Kunden entsprechend beraten und auch Produkte zeigen – den Fachhandel, der das genau bietet, werden wir weiter stärken und unterstützen. Wir schulen dafür zum Beispiel unsere Partner und deren Verkäufer in unserem Lightorial – das könnte aber auch noch intensiver genutzt werden.

Sehen Sie die Situation genauso bei RSL?

Dulas: Für RSL werden wir im kommenden Jahr Neuheiten, Produkte und Leistungen in einer Roadshow vor Ort präsentieren. Unsere Erfahrung im Bau von Sonderleuchten und die weiter vorhandene Metallbearbeitungs-Kompetenz können wir den Partnern im Projekt so besser vermitteln. Wir wollen uns auch im Projektvertrieb weiter verstärken und das Feld so insgesamt ausbauen.

Stichwort Intelligenz: Wie sehen Sie das Thema Smart Home?

Dulas: Das Thema Smart Home nehmen wir sehr ernst, gerade weil Big Player wie Amazon, Apple oder Google ihre Lösungen mit Macht in den Markt bringen und Bedarf schaffen. Wir haben uns bei Oligo für Steuerungen über Casambi und HomeMatic entschieden, die dem Kunden viel Flexibilität bieten und offen genug sind, um im Smart-Home-Markt mit dabei zu bleiben. Da haben wir auch weitere Synergieeffekte, denn aus der Sensorik, die wir für unsere Automotive-Leuchten benötigen, können wir Kompetenz in den Smart-Home-Bereich übertragen.

Sehen Sie für Smart Home einen Standard?

Dulas: Ein Standard wäre wünschenswert, den wird es aber auf Sicht leider noch nicht geben. Der Endkunde möchte eine übergreifende Steuerung und nicht für jedes einzelne Gewerk eine eigene App. Wir sind da weiter eng am Markt.

Herr Dulas, wir danken für das Gespräch



 

Artikel mit LEDs zurück zur Natur

Aktuelle Ausgabe der HIGHLIGHT
HIGHLIGHT 09/10 2017 - September / Oktober


Top Themen



Technische Leuchten und Lampen auf der Light and Building.

Light+Building 2014: 85 Prozent des Messegeländes sind bereits gebucht

Knapp ein Jahr vor Start der Light+Building, der weltgrößten Messe für Licht und Gebäudetechnik, könnte die Bilanz kaum besser aussehen: 85 Prozent des Frankfurter Messegeländes sind schon jetzt...


Termine

Weiterbildung

04.10.2017 DIAL: Zertifizierter Lichttechniker

09.10.2017 Lichtplaner-Akademie: Basiszertifikat Innenbeleuchtung

09.10.2017 Lichtplaner-Akademie: Masterdiplom Lichtplanung

Messen

13.05.2017 Biennale Venedig

26.10.2017 Trends in Lighting

06.12.2017 Architect @ Work Düsseldorf

Events

09.11.2017 Otto Piene im Kunstmuseum Celle

25.11.2017 ¡Bright!



RSS


HIGHLIGHT WEB | Braugasse 2 | D-59602 Rüthen | highlight(at)huethig.de