Pneumatische Kuppelkonstruktion von Form TL und Tat Team

7.02.2019

Ein mobiler Projektionsdome, der sich in kurzer Zeit auf- und abbauen lässt, im Innenraum flexibel bespielbar ist und seine Besucher verzaubert, das war die zentrale Idee für die Entwicklung des Infinity-Dome. Form und Konstuktion der pneumatischen Kuppel wurde vom Auftraggeber selbst, der Tat Team GbR, entwickelt. Für die Statik und die Zuschnittsberechnungen holte das Unternehmen die Ingenieure von Form TL ins Boot. In enger Zusammenarbeit entstand die kreisrunde, pneumatische Kuppel aus transluzentem Membranmaterial.

Ein mobiles Theater, das sich in kurzer Zeit auf- und abbauen lässt, im Innenraum flexibel bespielbar ist und seine Besucher verzaubert, das war die zentrale Idee für die Entwicklung des Infinity-Dome. Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Infinity-Dome, Foto: Tat Team GbR

Der Clou der Konstruktion besteht in der Verankerung der Kuppel über ein Wasser-Ballast-System. Dafür verläuft an der Basis der Kuppel ein Schlauch, dessen Einzelelemente erst beim Aufbau unter Druck mit Wasser befüllt werden und so leicht zu transportieren sind. Eine weitere Besonderheit ist die Verbindungsart: Sämtliche Konstruktionselemente sind über Reißverschlüsse miteinander verbunden. Sowohl die zwölf Einzelsegmente für den Wasserschlauch als auch Kuppel- und Schlauchelement werden ganz einfach aneinander gezippt. Damit ist gewährleistet, dass der Auf- und Abbau möglichst schnell vonstatten geht. Hinzu kommt: Sollte ein Schlauchelement beschädigt sein, bleibt die Gesamtkonstruktion weiterhin stabil und das entsprechende Element kann problemlos ausgetauscht werden.

Links und rechts der zwei Schleusen sorgen vier betongefüllte Ballastkörper mit Metallhülle für die nötige Stabilität an den Kuppeldurchdringungen. Ihre Geometrie entspricht dabei den verformten, mit Wasser befüllten Schlauchsegmenten. Um die Kuppel unter Spannung und in Form zu halten, ist am Rand der Öffnungen ein Seil in eine umlaufende Seiltasche eingefädelt, das in den Türballastkörpern verankert wird. An die Seiltasche schließt ein Balg als Pufferzone an, um Verformungen und Toleranzen zwischen Kuppel und Schleusenkästen aufzunehmen. Die Schleusen sind Ein- bzw. Ausgang und Fluchtweg in einem. Für die Außenhülle der Kuppel mit 16 Meter Durchmesser wurden einzelne Membransegmente miteinander verschweißt, sodass das Gewölbe am Ende nur aus einem Element besteht. Die statischen Berechnungen für Kuppel und Schlauch sowie die Berechnung für die Zuschnittsverteilung der einzelnen Elemente erfolgte durch die Ingenieure von Form TL.

Bis zu 200 Personen kann der Infinity-Dome fassen, der zudem voll klimatisier- und heizbar ist. Für die 4K-Projektionstechnik ist im Innenraum eine zweite Kuppel aus Greyscreen-Material aufgebaut. Beide Membranen werden über Unter- bzw. Überdruck pneumatisch mit einem Zwischenraum aufgespannt. So wirkt die Projektion entweder auf der Projektionshalbkugel im Innenraum oder auch direkt auf der Außenhülle aus transluzentem Material. In Berlin auf dem Mariannenplatz gestartet, hat der Infinity-Dome mittlerweile seine zweite Station angetreten. Doch das ist sicher erst der Anfang einer langen Reise der flexiblen, leichten und formschönen pneumatischen Kuppelkonstruktion.



 

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