OLED-Technologie von Hella im Audi A8

1.06.2018

Ob in Smartphones oder Fernsehern – OLEDs (OLED: organic light emitting diode, organische Leuchtdioden) haben als Displays den Massenmarkt bereits erreicht. In Zusammenarbeit mit dem Licht- und Elektronikspezialisten Hella hat der Automobilhersteller Audi jetzt die OLED-Technologie in der Heckleuchte des neuen Audi A8 integriert.

Jede OLED ist in vier Segmente unterteilt, die sich einzeln steuern lassen. Foto: Hella

OLED-Heckleuchte im neuen Audi A8 ermöglicht verschiedene Szenarien zu Begrüßung und Verabschiedung der Fahrer. Foto: Audi AG

Das Erscheinungsbild von Scheinwerfern und Heckleuchten ist mittlerweile nicht nur nachts das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der Automobilhersteller. Hierbei gewinnen vor allem homogene Lichtfunktionen an Bedeutung. Beim A8 hat sich Audi deshalb in den Heckleuchten für den Einsatz einer Flächenlichtquelle entschieden. In jeder Einheit schweben vier aufrecht stehende OLEDs von weniger als einem Millimeter Stärke. Sie sind in vier einzeln ansteuerbare Segmente unterteilt – zwei für das winkelförmige Schlusslicht und zwei für das Bremslicht.

Die OLEDs bestehen aus organischen halbleitenden Schichten, die sich großflächig auf einem Trägermaterial auftragen lassen. Zwei Elektroden bringen die Schichten dann gleichmäßig zum Leuchten. Für ein homogenes Erscheinungsbild kommt die Technologie somit ohne Reflektoren, Lichtleiter oder zusätzliche Optiken aus. "Die OLEDs schaffen darüber hinaus bisher nie da gewesene Gestaltungsmöglichkeiten", sagt Dr. Michael Kleinkes, Leiter der Entwicklung Lichttechnik bei Hella.

Die Heckleuchte im neuen Audi A8 besteht aus drei Teilen und erstreckt sich über das gesamte Fahrzeugheck. Insgesamt werden acht OLEDs verwendet. Jede davon ist in vier Segmente unterteilt, die sich einzeln steuern lassen, um z. B. verschiedene Begrüßungs- und Abschiedsszenarien zu ermöglichen. Die zwei oberen Segmente unterstützen zudem das Bremslicht, die unteren ergänzen das Schlusslicht, das oberhalb der OLEDs als Leuchtenband mit LEDs ausgeführt ist. Die Kombination aus LED- und OLED-Lichtquelle schafft so eine unverwechselbare Signatur des Fahrzeugs.

Bereits seit 2005 erforscht Hella die OLED-Technologie und hat sie konsequent für die Automobilindustrie weiterentwickelt, damit sie die verschiedenen Anforderungen etwa an Temperaturbeständigkeit und an eine hohe Lebensdauer erfüllt. Zur Integration der OLED in die Heckleuchte haben die Entwickler neue Verbindungstechniken entwickelt. Sie nutzen dafür ein spezielles Klebesystem, bei dem einerseits die sichere Fixierung der OLED sichergestellt ist, andererseits aber auch das Design nicht eingeschränkt wird. Sämtliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind anschließend direkt in die Serienfertigung eingeflossen. Hella hat eine hochautomatisierte Fertigungsstraße am Standort Lippstadt konzipiert und errichtet, die den hohen Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit entspricht.



 

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