Lichtdesigner im Fokus: Peter List bei LED Linear

23.08.2017

LED Linear sprach mit Peter List, Inhaber und Leiter des Büros List Lichtdesign in Hamburg. Für das Projekt "Baltic Haus" wählte er Leuchten von LED Linear und berichtet über seine Erfahrungen. Darüber hinaus gibt er Einblicke in seine Sicht auf Licht, Leuchten und Lichtdesign. Peter List arbeitet nun seit über 30 Jahren mit Licht und ist Inhaber und Leiter des Büros List Lichtdesign in Hamburg.

Beim Baltic Haus war es die Herausforderung, die Architektur zu betonen und der runden Ecke des Gebäudes eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen. Foto: Günther Fotodesign

Die 'Vario-LED Flex Venus' kann aufgrund des Formfaktors in die Architektur integriert werden, liefert komplett punktfreies Licht, ist IP67 geschützt und kann in kleinen Stücken gefertigt werden. Foto: Günther Fotodesign

Insgesamt sind es 420 Leuchten. Die Leuchten an der Ecke des Gebäudes erhalten 100%, zu den Enden hin werden sie gedimmt – so entsteht der eindrucksvolle Helligkeitsverlauf an beiden Gebäudeflügeln. Foto: Günther Fotodesign

Letztendlich ist bei Licht immer die Reflektion das wirklich Interessante, wie das Licht ins Auge fällt und was daraus für ein Gesamtbild entsteht. Foto: Günther Fotodesign

LED Linear: Bitte geben Sie uns eine kurze Einleitung zu Ihrer Person.

Peter List: Ich wurde 1961 in Hamburg geboren und arbeite nun seit über 30 Jahren mit Licht. Zuerst habe ich eine Lehre zum Elektroinstallateur absolviert. Danach studierte ich Lichtanwendung an der Technischen Universität Ilmenau. So wie heute konnte man Lichtplanung damals noch nicht studieren, daher habe ich vieles selber erlernt und bin an den unterschiedlichen Projekten gewachsen. Seit 2009 bin ich Inhaber und leite das Büro List Lichtdesign in Hamburg. Davor war ich in verschiedenen Unternehmen und Partnerschaften im Bereich Lichtplanung tätig.

LED Linear: Sie haben mit unseren Leuchten beim Projekt "Baltic Haus" in Hamburg gearbeitet. Welche Herausforderungen gab es bei diesem Projekt?

Peter List: Beim Baltic Haus war es die Herausforderung, die Architektur zu betonen und daher der runden Ecke des Gebäudes eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen. Auch die klare Geschossteilung sollte durch eine lineare Beleuchtung hervorgehoben werden. Diese Linienführung gab die Vorlage für die Beleuchtungsplanung, die sehr schnell Lichtlinien vorsah.
Am Anfang stand dann die Frage: "Wie kann Licht sich darstellen?" Es muss dafür eine Fläche geben, an der das Licht reflektiert. Die Leuchten sollten dabei nicht sichtbar sein, die Architektur sollte erkennbar werden. Wir entschieden uns daher für eine Lichtlösung, die in eine Fuge integriert werden kann. Eine weitere Vorgabe des Gremiums der Stadt war ein Helligkeitsverlauf in den Linien. Dieser Helligkeitsverlauf konnte mit vielen Teillängen zu 30 cm realisiert werden. Jede Teillänge hat eine eigene Adresse in der Lichtsteuerung erhalten und wird separat angesteuert. Insgesamt sind es 420 Leuchten. Die Abschnitte an der Ecke erhalten 100%, zu den Enden hin werden sie dunkler – somit entstand der dezente, aber markante Verlauf an beiden Gebäudeflügeln. Letztendlich ist jedoch jedes Projekt eine Herausforderung. Wir möchten etwas Schönes entstehen lassen und die Architektur betonen, dafür setzen wir uns ein. Beim Baltic Haus war es die Herausforderung, die Architektur zu betonen und der runden Ecke des Gebäudes eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen.

LED Linear: Welches Produkt von LED Linear haben Sie für das Projekt gewählt und warum?

Peter List: Wir haben uns für die 'Vario-LED Flex Venus' entschieden. Sie kann aufgrund des Formfaktors in die Architektur integriert werden und liefert komplett punktfreies Licht. Außerdem ist sie flexibel und kann in kleinen Stücken gefertigt werden. Für den Außenbereich war es natürlich die Voraussetzung, eine Lichtlösung mit hohem IP-Schutz zu verwenden. Die 'Vario-LED Flex Venus' kann aufgrund des Formfaktors in die Architektur integriert werden, liefert komplett punktfreies Licht, ist IP67 geschützt und kann in kleinen Stücken gefertigt werden.

LED Linear: Welches Feedback haben Sie von Ihrem Kunden zum Projekt erhalten?

Peter List: Der Kunde war zufrieden und die Gesamtkomposition ist sehr stimmig.

LED Linear: Was mögen Sie am Unternehmen LED Linear?

Peter List: Ich habe Carsten Schaffarz und Michael Kramer schon sehr früh kennengelernt. Das erste Projekt war ein Gastronomiebetrieb im Untergeschoss des Hamburger Rathauses. Das Unternehmen hat direkt mit LED-Beleuchtung angefangen und sich kontinuierlich verbessert. Helligkeit, Effizienz und CRI wurden stetig besser, die Qualität war immer gut. Auch mit dem Ablauf bei Projekten und der Bemusterung bin ich zufrieden. Die Flexibilität, auf den Kunden einzugehen, war immer da.

LED Linear: Welche Leuchte von LED Linear gefällt Ihnen besonders gut und warum?

Peter List: Ich habe keine Lieblingsleuchte. Die Wünsche des Kunden stehen im Mittelpunkt, danach wird die Leuchte funktional ausgewählt. Die Leuchte ist dabei wenig standardisiert, sondern angepasst an die Applikation und die Bedürfnisse. Ich baue daher auch gerne selber Lichtlösungen, meist aus filigranen Profilen. Die Lichtquelle sollte nicht wahrgenommen werden, sondern nur das Licht.

LED Linear: Was fasziniert Sie an Licht?

Peter List: Ich plane am liebsten Licht für Menschen, die sich entspannen wollen. Eine atmosphärische Beleuchtung. Mit Materialien arbeiten. Den Raum inszenieren. Letztendlich ist bei Licht immer die Reflektion das wirklich Interessante, wie das Licht ins Auge fällt und was daraus für ein Gesamtbild entsteht.

LED Linear: Was macht eine großartige Leuchte aus?

Peter List: Ich denke eher in Licht und nicht in Leuchten. Beim Licht sind mir Farbwiedergabe und Helligkeit wichtig. Bei einer Leuchte die Spezifizierungsmöglichkeiten und besonders die Ansteuerung. Denn es ist mir auch wichtig, dass die Leuchte der Gesundheit der Menschen nicht schadet und dabei spielt die Ansteuerung eine wichtige Rolle. Die Forschungen auf diesem Gebiet werden hoffentlich in Zukunft mehr von der Industrie aufgegriffen, sodass bessere Vorschaltgeräte gebaut werden.

LED Linear: Haben Sie eine Lichtdesign-Philosophie?

Peter List: Es geht darum, das Licht adäquat für die Anwendung zu planen. Sich in den Kunden hineinzuversetzen, das beste Ergebnis zu liefern. Das auf den Punkt zu bringen, was in der Anwendung essentiell ist. Bei einer Aufgabenbeleuchtung beispielsweise die Sehaufgabe unterstützen, bei einer dekorativen Beleuchtung eine gewisse Lichtstimmung und Atmosphäre schaffen.

LED Linear: Was begeistert Sie an der LED-Technologie?

Peter List: Die kleine Bauform. Zudem weniger Wärmeentwicklung und bessere Wärmeableitung. Eine 2 cm Fuge reicht aus, um eine Leuchte für einen Effekt zu integrieren. Die Möglichkeiten und Applikationen haben sich dadurch enorm erweitert und planerisch gibt es mehr Freiraum als früher.

LED Linear: Wie sehen Sie die Zukunft des Lichtdesigns?

Peter List: Die Anforderungen der Kunden werden größer und der gesundheitliche Aspekt rückt mehr in den Fokus der Lichtplanung. Das Tageslicht ist das schönste Licht und es sollte das Ziel sein, das Kunstlicht so gesund zu gestalten wie nur möglich. Der Anteil von blauem Licht im LED Licht wird oftmals zu wenig beachtet und die Wirkung ist noch nicht weit genug erforscht. Es sind viele Zahnräder, die zusammenspielen und es muss vieles berücksichtigt werden, um in Zukunft das Licht gesünder zu machen.

LED Linear: Vielen Dank für das Interview!



 

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