LED und OLED Technologie-Trends auf dem LpS 2013

16.10.2013

Flash ist Pflicht!

Mehr als 1 100 Besucher aus über 34 Ländern haben die diesjährige LpS-Veranstaltung vom 24. – 26. September in Bregenz, Österreich, besucht. Forschungsinstitute, Organisationen aus dem Lichtbereich sowie die Lichtindustrie präsentierten die neusten Trends und Entwicklungen im Bereich der LED- und OLED-Beleuchtungstechnologien in zahlreichen Vorträgen, Workshops und auf 2 000 m² Ausstellungsfläche.

Forscher und Entwickler trafen sich vom 24. - 26. September 2013 in Bregenz und informieren über aktuelle LED-Techniken und aufkommende Trends.

Im Rahmen der Ausstellung präsentieren über 80 Unternehmen ihre neusten Entwicklungen und Produkte.

Besucher können während der Veranstaltung Kontakte knüpfen und über neue Ideen diskutieren.

Hohes Veranstaltungsniveau
Die tiefgehende technologische Ausrichtung sowie die hohe Vortragsqualität sind Markenzeichen des Events und wurden sowohl von Ausstellern als auch Besuchern sehr geschätzt. Im Vordergrund stand der intensive Informationsaustausch zwischen CTOs, Forschern und Entwicklern, Projektverantwortlichen, Ingenieuren sowie Herstellern.

Stephane Rosa, Director Lighting bei Arrow Electronics EMEA teilte mit, dass die Firma Arrow bereits zum dritten Mal beim LpS Event ausstelle und bestätigte auch persönlich die Einschätzung des gesamten Arrow-Teams, dass es sich hierbei um eine der besten Ausstellungen im Lichttechnologie Bereich in Europa handelt. Zudem merkte er an, dass der Wert der Veranstaltung darin liegt, dass die Besucher vor allem neue und erstmalig gezeigte Entwicklungen vorfinden.

Es geht mehr um die Qualität als um die Quantität attestierte Rosa dem LpS-Publikum. Rosa traf auf der Messe Kunden aus den verschiedensten Ländern, von Spanien bis Israel und merkte an, dass der gute Ruf des Events von Jahr zu Jahr wächst. Auf die hochrangige technologische Qualität des LpS wies mit unter anderem auch ein norwegischer Teilnehmer hin, indem er berichtete, dass das technische Niveau der Veranstaltung ein wirkliches Highlight sei und sich für ihn als extrem nützlich erweist.

Technologie-Vorträge
Internationale Experten präsentierten Ihre neusten Ergebnisse in 46 Vorträgen, die in 16 Schwerpunktthemen gruppiert waren: Light Sources I-IV, LED Future I, LED Systems I-II, Driver & Controls I-IV, Optics I-II, Thermal Management I-II and Applications I.

Dr. Heinz Seyringer, EPIC Direktor, fasste in einem Bericht für das European Photonics Industry Consortium (EPIC) die Highlights der Präsentationen und Workshops zusammen. Dabei war der Vortrag von Annetta Kelso, Philips Lighting OEM, zum Thema “Technology Push, Market Pull, Keeping a Sense of Proportion” Teil des Berichts. Der Vortrag behandelte die Auswirkungen von LEDs auf den Beleuchtungsmarkt und die Verbindung zum Projektgeschäft und den Verkauf.

Kelso zeigte, wie die Einführung der LED-Technologie den Markt verändert und gleichzeitig neue Möglichkeiten bzw. Gefahren mit sich bringt. Mit LED-Lichtquellen ist es schwierig hohe Verkaufsvolumen zu erzielen, da die System-Plattformen einem schnellen Wandel unterzogen sind. Zusätzlich können LED-Lichtquellen, die außerhalb der Marktanforderungen bzw. geltender Normen angeboten werden, zu Verunsicherung des Marktes führen. „Überdesignte“ LED-Lichtquellen oder LED-Leuchten bieten teilweise Funktionen die nicht benötigt werden und als Fehlinvestitionen angesehen werden müssen. Kelso betont, dass es wichtig ist, sinnvolle Innovationen basierend auf einem tiefen Marktverständnis zu generieren. Die richtige, zielorientierte Abstimmung zwischen Technologie und Markt wird benötigt.

Der Vortrag zum Thema „OLED Module Technologies for Professional Lighting Applications“ von Jörg Amelung, Tridonic Dresden, war ebenso Teil des EPIC Berichts. Amelung verschaffte den Teilnehmern einen guten Überblick über die OLED-Technologie, den derzeitigen Status sowie das Entwicklungspotential und die Anwendungsgebiete von OLED-Leuchten. Beispielhaft wurde eine innovative OLED-Leuchte gezeigt, die im ausgeschalteten Zustand als Spiegel funktioniert. Derzeit werden OLED-Beleuchtungslösungen hauptsächlich in den Bereichen der dekorativen Beleuchtung angewendet.

Um die Technologie auch für professionelle Lichtlösungen möglich zu machen, müssen erst die technischen Parameter sowie die Kosten verbessert werden. Amelung erwähnte bei seiner Präsentation, dass OLED-Lösungen einen Konverter mit geringer Bauform benötigen. Traditionelle elektronische Treiber schränken das Anwendungs-Potential stark ein.

Matteo Meneghini, Professor an der Universität von Padua und Mitglied des LpS Advisory Boards, sprach über „Degradation Mechanisms of High Power LEDs“. Er berichtete über die wichtigsten Erkenntnisse aus seiner Studie über die Alterung von Hochleistungs-LEDs. Zusammen mit seinem Forschungsteam führte er Zuverlässigkeitsanalysen mit handelsüblichen weißen LEDs durch. Er untersuchte die Auswirkungen der Betriebstemperatur und Lagertemperatur auf die elektro-optischen Eigenschaften von LEDs. Die von Meneghini vorgestellten Forschungsergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Betriebsbedingungen auf die Zuverlässigkeit der weißen LEDs.

Grund für die elektro-optischen Alterungsprozesse sind sowohl der Betriebsstrom wie auch die Betriebstemperatur. Die Temperatur kann den blau-emittierenden Halbleiter-Chip, das LED-Gehäuse bzw. auch die optische Linse negativ beeinflussen. Außerdem wies Meneghini darauf hin, dass das gemeinsame Einwirken von erhöhten Temperatur- und Stromwerten zu erheblichen optischen Leistungsverlusten führen kann, die Folge von nicht-strahlender Defekten in den aktiven Schichten von LED-Chips sind.

Hands-On Workshops
Auf der LpS-Veranstaltung fanden in diesem Jahr Workshops zu folgenden Themen statt: Test und Standardisierung, 3D-Systemdesigns, gedruckte Optiken, Computer gestützte Auslegung von LED und OLED Systemen sowie Qualifikation und Zuverlässigkeit von LED-Systemen.
Der Workshop von Cree, USA, behandelte das Thema “Testing“. Dabei wurden Schritt-für-Schritt Verbesserungen eines bestehenden Leuchtendesigns diskutiert. Die Teilnehmer lernten dabei, wie mittels verschiedenen Versuchsreihen, das Design und die Auslegung von Leuchten optimiert werden kann.

Highlights und Randnotizen
Über 80 Aussteller aus aller Welt präsentierten ihre neusten Innovationen, Produkte, Mess-und Produktionsanalgen sowie Dienstleistungen. Die Ausstellung mit einer Gesamtfläche von 2000m2, war auch dieses Jahr wieder ausgebucht.

LED- und OLED-Trends und Innovationen

Trend 1: Transition to the Supersystem
Einzelne Komponenten werden zunehmend in Poly-Systeme zusammengeführt. Cree präsentierte erstmalig die neuen CXA LED Arrays als die ersten High-Density (HD) LED Arrays. Laut Cree kann, verglichen mit bisherigen Arrays, die Beleuchtungsstärke von Spotlights verdoppelt werden. Die neue HD Klasse von CXA Arrays verspricht höhere Lichtdichten und ermöglicht die Systemkosten sowie den Energieverbrauch zu senken. Ein weiteres Beispiel liefert die Firma Itswell aus Süd-Korea, die ihre neue LED Array L5256 Serie für den allgemeinen Beleuchtungsmarkt vorstellte.

Als nächster Integrationsschritt kann die Entwicklung von Arrays in Module bzw. standardisierte Module angesehen werden. LightCube aus Italien, ein Spin-Off Unternehmen der Universität Padua, liefert Knowhow und Technologie zur Entwicklung von All-In-One LED Lichtmodulen. Die Modularisierung, im Speziellen Zhaga Module gewinnen zunehmend an Bedeutung. Mehrere Firmen liefern entsprechendes Zubehör wie z.B. AAGStucchi aus Italien (Sockel und Halter). Der Distributor MSC aus Deutschland stellte in Bregenz ein vollständig integriertes Lichtsystem dar, das mit Zhaga kompatiblen Modulen und Reflektoren ausgestattet ist.

Trend 2: Increasing Degree of Trimming, Optimization of Flow
Aufgrund des Kostendrucks ist die “Vereinfachung von Systemen” einer der bedeutendsten Entwicklungstrends. Die COB Technologie, bei der das LED Gehäuse entfällt, wurde mehrfach in Bregenz gezeigt. Der Trend “Trimming” kann aber auch im Bereich von LED Treibern festgestellt werden. AC LEDs (z.B. von Neumüller/SSC) und auch Single-Stage Topologien von Treibern (z.B. Recom, ON Semiconductor) bieten Lösungen an, bei denen kein bzw. weniger Konverterstufen benötigt werden. Dies reduziert die Systemkosten und senkt die Systemverluste. CeramTech, Hersteller von Keramik Materialien und Produkten, konnte neue Lösungen für die Wärmeableitung präsentieren. marulaLED aus Südafrika zeigte die von ihnen entwickelte Cool Tube Technology, ein aktives Kühlungssystem, das die Produktion von Modulen mit hohen Lichtleistungen und sehr kompakten Abmessungen für High- und Low-Bay Leuchten ermöglicht.  Amphenol LTW präsentierte ein neues Steck-System zur Vermeidung von Lötverbindungen und Verdrahtung.

Trend 3: Increasing Controllability, Degree of Completeness and Elimination of Human Involvement
Sowohl Vorträge wie auch gezeigte Technologien folgen dem Trend der Digitalisierung. Dietmar Zembrot sagte: „LEDs und OLEDs zusammen mit Sensoren und innovativen Controllern werden in Zukunft intelligente Lichtsysteme und verbesserten Kundennutzen liefern. Neben der Energieeffizienz sind Kosten und der Anwendernutzen die Schlüsselerfolgsfaktoren.“ Halbleiterlicht wird schlussendlich von einer und durch eine voll-digitalisierte Umgebung gesteuert. Firmen wie ams aus Österreich, Harvard Engineering aus England, Tridonic aus Österreich, TCI aus Italien und Recom aus Deutschland bieten Komponenten und Lösungen in diesen Bereichen an. „Selbst-Systeme“ sind bereits in Vorbereitung und werden zukünftig in neue Produktgenerationen einfließen.

Trend 4: Increasing Coordination
Tridonic präsentierte erstmalig ihr neues LED Control Gears Portfolio in Bregenz. Die analog/PWM gesteuerten Treiber basieren auf einem verbesserten Controllerprinzip und stimmen die Signalform an die jeweilige Dimmstufe an. Die TEC Serie ist in 20 W, 35 W und 65 W erhältlich. Erstmalig war auch der Aussteller TCI aus Italien auf der LpS Veranstaltung und hat kundenspezifische Konverter für nicht-standardisierte Anwendungen offeriert. Recom hat die Produktpalette in Bezug auf den Leistungsbereich erweitert und stellte eine spezielle Bauform elektronischer Treiber mit geringer Bauhöhe vor. Zusätzlich stellte Recom einen neuen Phasendimmer für LED Lampen und ein solar-gesteuertes Strassenleuchtenkonzept vor.

Trend 5: Increasing Dynamization
Bayer Material Science und Evonik zeigten optische Materialien zur Herstellung von Linsen und Difuserplatten. Bayer Material Science präsentierte speziell auf LEDs hin adaptierte Vergussmaterialien, welche transparent, gefärbt oder opak erhältlich sind. Das Material hat sehr gute optische Eigenschaften und ist durch die besonders witterungsbeständigen, robusten und dennoch flexiblen Eigenschaften breit einsetzbar.

Messtechnik-Technologien

GL Optics aus Deutschland und Allied Scientific Pro aus Kanada zeigten neue Messtechnik-Produkte. Das Spectrometer GL SPECTIS 5.0. touch von GL Optics hat das Format Mobiltelefons und ermöglicht eine spektrale Lichtmessung mit Laborgenauigkeit. Das Gerät verwendet das Android System und wurde für professionelle Messungen von LEDs wie beispielsweise photobiologische Sicherheitstests von LED Produkten gemäß EN 62471 oder LED Messungen gemäß CIE 127:2007, entwickelt. Auch Allied Scientific Pro zeigte eine interessante Messeinnovation: Das Smartphone Spektrometer für LED Testing. Dieses Vor-Ort-Messgerät kann mit verschiedenen iPhone Versionen verwendet werden. Es wurde für Messungen von CRI, Spectrum, CIE 1931, CIE 1976, Illuminance/LUX entwickelt. Opsira präsentierte das Robogonio zur einfachen Messung von Lichtverteilungskurven.

Light Art Project from Zumtobel
Am ersten Eventabend präsentierte Zumtobel eine innovative Lichtinstallation im neu renovierten Vorarlberg Museum und bildete so eine Brücke zwischen Technologie und Applikation. Peter Kogler, ein bekannter Künstler, verwendete dabei die Museumsfassade für seine faszinierende Licht-Show außerhalb des Gebäudes. Etwa 200 Besucher nahmen an diesem Event teil und wurden über die Lichtanforderungen des Museums sowie die dafür entwickelte Lichtlösung von Zumtobel informiert.

Stefan von Terzi, Merketing Direktor bei Zumtobel, erklärte, wie und mit welchen Produkten die Qualitätsanforderungen, im speziellen in Bezug auf Effizienz und Farbwiedergabe, erfüllt werden konnte. Weiters hat Zumtobel sogenannte „Multi-Functional Mono-Points“ (MMPs) entwickelt, die trotz des leicht konischen Gebäudelayouts eine unaufdringliche, homogene Lichtinstallation erlauben. Die MMPs erkennen automatisch, wenn eine Leuchte installiert ist und verbinden sie mit dem zentralen Lichtmanagement-System „Luxmate LITENET“. Dieses System kann mit Smartphones und Tablets bedient und konfiguriert werden und steuert das Museum einfach und mit hoher Präzession.

Get-Together Event

Fast 250 Personen nahmen an der Get-Together-Party, einer Bootsfahrt auf dem Bodensee, teil. Die Teilnehmer konnten sich in gemütlicher Atmosphäre kennenlernen und neu gewonnene Kontakte vertiefen oder einfach nur feiern und genießen. Neben ausgezeichnetem Essen sorgte ein fabelhafter Sonnenuntergang mit Blick auf die Alpen und den See für Staunen bei den Besuchern. Für Unterhaltung sorgte eine Live Band und ein Jazz-Pianist.

Weitere Infos

Luger Research e.U., Organisator des LpS 2013, verkündete aktuell einen neuen Besucherrekord mit internationalen Teilnehmern aus 34 Ländern. Auf den Stellenwert der Veranstaltung für die Lichtindustrie weisen neben der Besucherzahl offenbar auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Teilnehmern, Ausstellern, Vortragenden und Organisationen hin.

93 % der Teilnehmer gaben an, dass sie die Fachveranstaltung auch im kommenden Jahr wieder besuchen wollen. Circa 60 % der Besucher kamen von produzierenden Unternehmen, über 10 % kamen aus dem Bereich der Distribution und etwa 8 % aus dem Bereich Engineering und Design Services, 5 % waren von Universitäten und 4 % von der Presse. Die Auswertung nach Berufsgruppen zeigte, dass die Bereiche Management und technisches Management den höchsten Besucheranteil ausmachten (20 %), gefolgt von Forschung und Entwicklung (17 %), Besuchern aus dem Sales und Distributionsbereich (14 %) und Applikationsingenieuren (4%).



 

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