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Im Porträt: Prof. Andreas Schulz

5.11.2015

Er ist das Gesicht des größten Planungsbüros für Licht in Deutschland und einer der aktivsten Lichtplaner auch im internationalen Maßstab. Sein Büro führt er in Bonn und Berlin, dazu lehrt er Lichtplanung an der HAWK in Hildesheim – kurz, Andreas Schulz ist viel beschäftigt, immer unterwegs und daher nicht leicht zu erreichen.

„Licht ist für uns integrativer Bestandteil der Architektur." - Foto: HGEsch, Hennef

Unauffindbar ist er aber nicht, denn in seinem 26-köpfigen Team hat immer jemand eine Ahnung, wo er sich denn gerade befindet und auf welchem Kommunikationsweg die Verbindung am besten ist.

Dieses Team bildet das Fundament der Arbeit der Licht Kunst Licht AG, dem Büro, das Andreas Schulz vor nun 24 Jahren gleichzeitig in Bonn und Berlin gegründet hat. Seither wurden in mehr als 600 nationalen und internationalen Projekten Lichtplanungen erarbeitet. Dazu gehören Büro- und Verwaltungsgebäude, Museen und Kulturbauten, staatliche Projekte, Verkehrsbauten, Shoppingcenter und private Bauvorhaben.

Licht Kunst Licht versteht Lichtplanung als integrativen Bestandteil der Architektur. Dabei steht die Wirkung von Licht im Vordergrund und weniger die formale Ausprägung von Leuchten. Daher werden die Projekte mit einer möglichst geringen Anzahl an Elementen realisiert und Beleuchtungskörper weitmöglichst aus dem Sichtfeld gehalten. „Mit unseren Planungsansätzen stellen wir uns uneingeschränkt in den Dienst der Architektur und die Entwurfsabsicht der Architekten. Auch wollen wir in keinem Fall mit unserem Beleuchtungsentwurf der Architektur einen zusätzlichen Stempel aufdrücken”, sagt Andreas Schulz selbst zum Entwurfsansatz des Büros.

Harald Hofmann bemerkte in seinem Vorwort für den ersten Band des Werkberichts von Licht Kunst Licht, dass die Projekte des Büros „eine dringend benötigte Perspektive für den Erhalt und die Entwicklung einer zukunftsweisenden Architekturbeleuchtung” bilden, die sowohl funktionalen als auch gestalterischen Ansprüchen genügen. Dieser Anspruch ist nicht leicht durchzusetzen oder aufrechtzuerhalten: Waren es vor Jahren vereinzelte farbige LEDs, die Aufmerksamkeit heischend in die Projekte drängten, sind es nun ganze Medienfassaden, die es zu integrieren gilt – aktuell wird in China ein Projekt bearbeitet, in dem die Balance aus Architekturbeleuchtung und multimedialen Möglichkeiten an einem Hochhaus gefunden werden muss.

Da das Licht nicht eindimensional ist, ist es der Planungsansatz auch nicht. Das spiegelt sich unter anderem in der Zusammensetzung und Vorbildung des Teams wider: Neben dem Lighting-Designer gibt es dort Architekten, Innenarchitekten und Produktdesigner, Elektrotechniker und Szenographen, die jeweils ihren Erfahrungshorizont mitbringen und so zur besten Lösung für die Projekte beitragen. Dies trägt Andreas Schulz nun schon seit Jahren auch in der Lehre an die nächsten Generationen von Lichtplanern weiter, die seine Kurse an der HAWK in Hildesheim besuchen.

Eines seiner vielen Engagements gilt dem internationalen Lichtplanerverband IALD, in dessen Vorstand er bereits jahrelang tätig war. Der Verband ist seit knapp drei Jahren aktiver in Europa, wo es außerhalb von Großbritannien kaum Präsenz gab. Andreas Schulz ist als aktueller Chair des Steering Committees des IALD für Europa einer derjenigen, die für mehr Präsenz und Aktion sorgen möchten. Er hat mit viel Einsatz dazu beigetragen, dass nun ein offizielles Büro in Brüssel existiert und Veranstaltungen des IALD in Deutschland und Zentraleuropa stattfinden.

Auch die Zahl der Mitglieder ist inzwischen deutlich gestiegen. Ziel ist es hier, der Zunft der Lichtplaner eine Stimme zu geben, die in Normungsgremien oder auch politische Vertretung hineinreicht. Denn mit der Etablierung des Berufsstandes bei den Bauherren oder an Unis ist es nicht getan, auch eine Position in der Honorarordnung sollte die Aufgaben des Lichtplaners berücksichtigen.

Und in diesem Jahr wird Andreas Schulz als Gastjuror beim Deutschen Lichtdesign-Preis aktiv sein und damit weiter zur öffentlichen Wahrnehmung von gutem Lichtdesign beitragen – ein Grund mehr, dass seine Aktivität für Licht nicht abnimmt.

Weitere Infos:

Prof. Andreas Schulz
Lichtplaner
Jahrgang 1959

„Mit unseren Planungsansätzen stellen wir uns in den Dienst der Architektur und die Entwurfsabsicht der Architekten.“



 
Aktuelle Ausgabe der HIGHLIGHT
HIGHLIGHT 9/10 2018 - September / Oktober


Termine

Weiterbildung

09.10.2017 Lichtplaner-Akademie: Basiszertifikat Innenbeleuchtung

09.10.2017 Lichtplaner-Akademie: Masterdiplom Lichtplanung

09.10.2017 Lichtplaner-Akademie: Zertifizierter Lichtplaner Innen- und Außenbeleuchtung

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26.10.2017 Trends in Lighting

11.12.2017 Light + Building: Anmeldung zu "Young Design"

10.01.2018 Industrial Building

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