Designfunktion und Arch+ entwickeln Raumvisionen für das Büro von morgen

13.05.2019

Das Planungs- und Einrichtungsunternehmen Designfunktion, hat Arch+ bei der Entwicklung und Umsetzung eines Bürokonzepts für neue Redaktionsräume begleitet. Dabei flossen evaluierte Faktoren für die erfolgreiche Gestaltung von Büro- und Arbeitswelten ein. Grundlage war eine Studie von 2018 mit dem Titel "Wirksame Büro- und Arbeitswelten", die vom Fraunhofer IAO, Designfunktion und weiteren Partnern durchgeführt wurde.

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Die neuen Redaktionsräume von Arch+ in Berlin. Foto: Ana Santl

Arch+ ist eine deutsche Zeitschrift für Architektur, Urbanismus und Gestaltung, die quartalsweise erscheint. Die beiden ehemaligen Verlagsstandorte von Arch+ in Aachen und Berlin wurden im November 2018 mit der Eröffnung des Neubaus Frizz23 in Berlin-Kreuzberg zusammengeführt. Für die Konzeption und Inneneinrichtung des 250 m² großen Arch+-Büros war Designfunktion Berlin der verantwortliche Partner.

Für die Studie "Wirksame Büro- und Arbeitswelten" wurden über 1.000 Experten aus Unternehmen sowie der Architektur- und Immobilienbranche befragt, die sich in ihrer Organisation mit dem Thema "Neue Arbeitswelten" befassen. Die Studie untersuchte aktuelle Formen von Bürogestaltung, Zusammenarbeit, Informationsund Kommunikationstechnologien sowie Arbeitgeberattraktivität. Als Erfolgsfaktor für eine wirksame Bürogestaltung konnte multifunktionale Raumnutzung evaluiert werden: eine überwiegend offene Raumstruktur ohne fest zugewiesene Arbeitsplätze, mit flexiblen Flächen- und Nutzungsmöglichkeiten sowie Rückzugsräumen. In einer solchen Umgebung, die hierarchische Strukturen zunehmend auflöst, wird laut Studie die Zusammenarbeit stärker gelebt. Außerdem liegt ein höheres Ausmaß an Selbstbestimmung vor und die Arbeitgeberattraktivität wird signifikant positiver bewertet.

In unterschiedlichen Diskursformaten untersucht Arch+ den kulturellen wie gesellschaftlichen Kontext zeitgenössischer Raumproduktion.

"Das Bürokonzept haben wir folglich mit dem Anspruch verbunden, ein Paradebeispiel für eine neue Form der Raumkonfiguration und Funktionsdurchmischung zu schaffen", so Anh-Linh Ngo, Chefredakteur bei Arch+. "Beim Schritt hin zu einem offenen Bürokonzept konnten wir uns auf die Kompetenz von Designfunktion und weiteren Kooperationspartnern verlassen. Die wissenschaftliche Fundierung durch die Studie von Designfunktion und dem Fraunhofer IAO zum 'Multi-Space' hat uns dabei geholfen, die Art, wie wir arbeiten, und die Räume, die dies unterstützen, zu verstehen."

In dem quadratischen Grundriss des Arch+-Büros, das von dem Architekt Arno Löbbecke und Arch+-Herausgeber und Chefredakteur Anh-Linh Ngo entworfen wurde, sind wiederum neun quadratische Räume eingeschrieben. Inspiration für diese Konzeption lieferte der große Renaissancearchitekt Andrea Palladio. Der flurlose Grundriss bietet die Möglichkeit, die Räume jeweils unterschiedlich zusammenzuschalten und alternative Situationen und Atmosphären für den Redaktionsalltag zu schaffen. Außerdem konnte dadurch Verkehrsfläche eingespart werden.

Ein Durchgangsraum mit Oberlicht bildet mit Bibliothek und Küche das kommunikative Zentrum, offen nach allen Seiten – die flexiblen Flügeltüren können bei Bedarf aufgeklappt werden. Raue Sichtbetonstützen und -flächen wurden mit weiß gestrichenen Wänden sowie einem hellen Estrichboden kombiniert. Dieser zurückhaltend funktionalen Ästhetik folgt auch die von Arch+ und Designfunktion ausgewählte Einrichtung. Das Besondere: Anh-Linh Ngo arbeitet nicht nur hier, sondern wohnt auch vor Ort. Die Räume vereinen daher öffentliche und private Lebensbereiche. Inseln mit Konferenz- und Schreibtischen, beispielsweise von Vitra, sowie Anrichten und Regale von Piure und Vitsoe für Fachpublikationen gehen über in Erholungsbereiche mit wohnlichen Qualitäten: Das blaue Cor-Sofa Cosma, der von Marcel Breuer entworfene Faltsessel D4 von Tecta samt Beistelltisch Backenzahn von E15 oder der "Hardoy Butterfly Chair" von Manufaktur plus laden zum Verweilen ein.

Auch Tischleuchte Snoopy und Stehleuchte Toio, beide von Flos, sorgen für eine angenehm komfortable Atmosphäre. Entscheidend bei der Auswahl war auch die Flexibilität der Möblierung und die schnelle Möglichkeit des Ab- und Umbauens. Tagsüber ideal für Besprechungen und ruhiges Arbeiten, macht sie abends Platz für verschiedene Veranstaltungsformate, Geschäftsessen, Vorträge oder Videokonferenzen. Die Idee des von Designfunktion empfohlenen multifunktionalen Raumkonzepts findet sich damit in beispielhafter Weise verwirklicht.

Beheimatet sind die neuen Redaktionsräume von Arch+ im Frizz23 – Deutschlands erster Baugruppe, die gemeinsam im Konzept-Vergabeverfahren einen kulturellgewerblichen Neubau errichtet hat. Das langgestreckte Gebäude von Deadline Architekten am Rand des ehemaligen Blumengroßmarkts in der Friedrichstraße steht in direkter Nachbarschaft zum Neubau der Tageszeitung Taz und dem Jüdischen Museum von Daniel Libeskind.

Kulturwirtschaft, Kunst, Wohnateliers, Bildung, Gastronomie und Einzelhandel haben hier ein Zuhause gefunden, was neue Schnittstellen und Synergien ermöglicht. Arch+ nutzt dieses produktive Umfeld neben der täglichen Arbeit auch für die Ausstellungsreihe Arch+-displays und kleinere, intimere Formate wie den Arch+-Salon. Das Gelände rund um die Uhr zu bespielen und damit lebendig zu gestalten, ist eines der erklärten Ziele der Verantwortlichen von Frizz23. Arch+-Chefredakteur Anh-Linh Ngo resümiert: "Im neuen Büro konnten wir unsere Kapazitäten bündeln, indem wir die Vielfalt unserer Raumoptionen gesteigert haben. Die Aufhebung der in der Moderne verankerten starren Funktionstrennung führt zu einer nachhaltigeren Nutzung und Mehrfachcodierung des Raumes: Als flexibler Arbeits-, Kommunikations-, Erholungs-, Rückzugs-, Veranstaltungs- und Wohnraum."



 

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