Ab 25.11.2017: ¡Bright! in Unna

16.11.2017

¡Bright! bildet die Fortsetzung der 2015 mit ¡Dark! begonnenen Ausstellungsreihe, in der die Sehgewohnheiten des Besuchers auf besondere Weise herausgefordert werden. Während ¡Dark! Installationen in fast völliger Dunkelheit zeigte, wird ¡Bright! dem Besucher etwas abverlangen: alle Installationen nutzen weißes Licht in Form von Neon oder Leuchtstoffröhren und sind zugleich eine Hommage an langsam im Verschwinden begriffene Lichtquellen.

Volkhard Kempter: True Lite, 2017, Foto: Frank Vinken

Björn Dahlem: Der Mond, Installationsansicht 2017, Foto: Frank Vinken

Björn Dahlem: Milky Way, Installationsansicht 2017, Foto: Frank Vinken

Molitor&Kuzmin: Extension, Installationsansicht 2017, Foto: Frank Vinken

Die speziell für die Räume des Museums konzipierten Werke stammen von Künstlern verschiedener Generationen und so ist es interessant zu sehen, wie sie mit ähnlichen Materialien ganz unterschiedliche künstlerische Ergebnisse erzielen. Der Bildhauer und Installationskünstler Pedro Cabrita Reis (P) schafft es mit 'Standing and Laying', den Raum als Volumen in den Mittelpunkt zu rücken und markiert diesen deutlich im Wechselspiel mit der umgebenden Dunkelheit.

Björn Dahlems (D) komplexe Arbeit 'Milky Way' überführt die abstrakten Raum- und Materievorstellungen in eine raumgreifende Installation und erschafft somit eine eigene Form der Galaxie. In der 'Installation Extension - model 1:1' des Künstlerduos Molitor & Kuzmin (D/UA) werden die unterschiedlichsten Materialien zu Gerüsten für strahlende Lichtquellen. Spiegelflächen an beiden Seiten der Installation lösen die Raumsituation auf und erweitern die Arbeit ins Unendliche.

Weit entfernt von Unendlichkeit sind die skulpturalen Objekte von Volkhard Kempter (D). Er verwendet zum Teil längst ausgebrannte Leuchtstoffröhren und erinnert somit an die Vergänglichkeit. Seine Installation für die Ausstellung ¡Bright! befindet sich oberirdisch. Hier überstrahlt seine Installation 'Blister' die sogenannte "Schwankhalle" der ehemaligen Lindenbrauerei. Dabei spiegelt sich die Arbeit, die über drei Meter Durchmesser misst und 140 kg wiegt, in der Glasfassade wider, als gäbe es zwei Sonnensysteme.

Weithin leuchtend – tief unter der Erde strahlend Die Installationen der Ausstellung ¡Bright! ergänzen die weltweit einmalige Sammlung des Hauses, welche sich zehn Meter unter der Erde in den Gewölben der ehemaligen Lindenbrauerei Unna befindet. Dauerhafte Rauminstallationen existieren hier von u.a. Mario Merz, Joseph Kosuth, Mischa Kuball, Rebecca Horn, Christina Kubisch, Keith Sonnier, Jan van Munster, François Morellet, Christian Boltanski, Brigitte Kowanz und Olafur Eliasson.

Die Begegnung zwischen avantgardistischer Lichtkunst und historischer Bausubstanz stiftet eine unverwechselbare Atmosphäre und inszeniert einen spannungsvollen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft. So ist auch ¡Bright! nicht nur eine Hommage an aussterbende Leuchtmittel, sondern zeigt die Spannung zwischen Raumgrenzen und Raumauflösung, zwischen Industrieprodukt und künstlerischer Installation - sie ist eine Entdeckungsreise zwischen Nostalgie und Zukunft.



 
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