Start mit LEDs

23.08.2010

Zur Light + Building dieses Jahres war es so weit: Der japanische Elektronikgigant Toshiba ist offiziell in den Lichtmarkt eingetreten und bietet LEDs, Module und Retrofitlampen an. Seit dem Herbst 2009 baut Takayuki Tsuruta als verantwortlicher General Manager für Deutschland das Lichtgeschäft auf – mit LED-Produkten. Wir sprachen mit Herrn Tsuruta über seine Ziele für den deutschen Lichtmarkt.

„Wir sind neu – mit 120 Jahren Erfahrung.“

Markus Helle exklusiv im Gespräch mit Takayuki Tsuruta – General Manager Toshiba Deutschland.

„Toshiba will einer der größten LED-Licht-Anbieter in Europa werden.“

„Wir halten uns verschiedene Wege offen, um unser Geschäft zu erweitern.“

Steckbrief

Takayuki Tsuruta wurde 1953 in Nagasaki, Japan, geboren und ist 1976 in die Toshiba Corporation  eingetreten, damals in den Bereich Consumer Products Export Division. Von 1982 bis 1988 hat er in Düsseldorf den Vertrieb von Audio/Video-Produkten in Westeuropa verantwortet und ist dann ab 1988 wieder in Japan in den Bereich Beleuchtung gewechselt.In den Jahren 1991 bis 1995 hat er von Paris aus den OEM-Vertrieb von Beleuchtungsprodukten für den industriellen Einsatz verantwortet, ab 1995 den Vertrieb der Lichtprodukte im asiatischen Raum, dies dann wieder von Japan aus.2009 folgte dann der Wechsel in die New Lighting System Division, die für das LED-Geschäft zuständig ist. Seit Oktober 2009 ist Takayuki Tsuruta in Düsseldorf als General Manager für Deutschland zuständig und baut hier das LED-Lichtgeschäft auf.

Herr Tsuruta, Toshiba als Start-up zu bezeichnen, klingt etwas verwegen – doch genau das trifft eigentlich den Kern Ihres Auftretens: Ein Unternehmen, das jung und frisch auf den Markt kommt. Sehen Sie das auch so?

T. Tsuruta: Toshiba blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück und Licht gehörte von Anfang an zu unserem Geschäft. Wir sind also nur neu auf dem europäischen Markt, aber dennoch überzeugt davon, Kunden die besten Produkte im Beleuchtungsbereich anbieten zu können, da sie das Ergebnis von 120 Jahren gesammelter Licht-Erfahrung sind.

 

Toshiba ist einer der traditionellen Lieferanten für Lampen und Leuchten in Japan, der aber mit den herkömmlichen Leuchtmitteln hier nicht aktiv ist. Welche Vorteile sehen Sie für Toshiba nun bei der LED, gerade im Vergleich mit den hiesigen traditionellen Lieferanten für Leuchten und Lampen?

T. Tsuruta: Einer unserer größten Vorteile ist neben unserer langen Erfahrung in der Allgemeinbeleuchtung mit konventionellen Produkten unser Wissen rund um die LED-Technologie. Dieses haben wir uns in den unterschiedlichsten Geschäfts- und Industriebereichen erarbeitet. Aktuell zu nennen sind hier z. B. die neue Regza TV-Serie mit LED-Hintergrundbeleuchtung, sowohl als Edge- wie auch Direct-LED-Hintergrundbeleuchtung.Im Bereich Beleuchtung profitieren wir von unserem Know-how in der Entwicklung elektronischer Vorschaltgeräte sowie der Optimierung der Systeme von elektronischen Vorschaltgeräten mit entsprechenden Lichtquellen. Wir haben Technologien für verlässliche Leuchtmittel-Designs. Das kommt uns beispielsweise zugute bei Optiken und attraktiven Formen mit bestmöglicher Wärmeableitung für eine hohe Lebensdauer.

 

Welche Position in der Markthierarchie sehen Sie für Toshiba mittelfristig in Deutschland und Europa?

T. Tsuruta: Toshiba hat das Ziel, einer der größten Anbieter von LED-Beleuchtung in Europa zu werden. Wir setzen dabei auf unseren Slogan Leading Innovation – wir wollen unseren Kunden hochwertige, innovative Technologie zu angemessenen Preisen zur Verfügung stellen.


Ihr erstes Produkt, eine Retrofit-LED-Lampe, ist nun über Conrad Electronic für den Endkunden erhältlich. Über welche Kanäle wollen Sie Ihr Vertriebsnetz weiter ausbauen?

T. Tsuruta: Wir fokussieren uns klar auf den professionellen B2B-Kanal. Conrad ist ein sehr kompetenter Partner und wir freuen uns darauf, unser Geschäft gemeinsam sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich auszuweiten.
Wir haben zudem Verhandlungen mit wichtigen B2B-Partnern in Deutschland geführt und freuen uns, verkünden zu können, dass der große Elektronik-Fachgroßhändler CEF unserem Partnernetzwerk beigetreten ist.
Allerdings arbeiten wir auch mit ausgewählten B2C-Partnern, die unsere Qualitätsphilosophie unterstützen.


Welche Distributionswege sehen Sie in der professionellen
Beleuchtung/für Lichtprodukte im Markt für Architekturbeleuchtung?

T. Tsuruta: Wir versuchen diesen Markt hauptsächlich durch den Elektro-Fachgroßhandel zu erreichen und schließen auch aktiv Partnerschaften mit Lichtplanern und Architekten.


LED wird als Produkt in Zukunft immer mehr mit der Leuchte verschmelzen. Setzen Sie dazu auf eigenes Know-how oder sind auch Akquisitionen, zum Beispiel ein traditioneller Leuchtenhersteller, geplant?

Wir halten uns verschiedene Wege offen, um unser Geschäft zu erweitern, allerdings haben wir diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen.

 

Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie die Zukunft der Lichtindustrie? Wird Europa die starke Technologie-Position behalten oder übernehmen asiatische Firmen das Ruder?

T. Tsuruta: Ein Punkt, der mir aufgefallen ist, als ich die Betreuung des deutschen Marktes übernommen habe, ist, dass es viele professionelle Beleuchtungshersteller gerade in Deutschland gibt. Obwohl sie immer mit heftigem Wettbewerb konfrontiert sind, schaffen es viele, durch ihr einzigartiges Design und ihre Technologie zu überleben. Wir respektieren das sehr und denken, dass diese Unternehmen auch in Zukunft sicherlich ihren Platz auf dem Markt haben werden.


Herr Tsuruta, vielen Dank für das Gespräch.

 

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Fotos: Christoph Meinschäfer



 


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