Prof. Dipl.-Ing. Andreas Schulz, Licht Kunst Licht AG
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Prof. Dipl.-Ing. Andreas Schulz
Licht Kunst Licht AG, Bonn


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aus HIGHLIGHT 9/10 2007


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Bürobeleuchtung im Wandel der Zeit

"Das Thema Bürobeleuchtung beherrschte Anfang der neunziger Jahre die Fachpresse. Die 'Bildschirmarbeitsplatzleuchte' wurde erschaffen und die Norm DIN 5035 Teil 7 spielte eine fast dogmatische Rolle. Da fiel es den wenigsten auf, dass in dieser Vorschrift nie von einer Bildschirmarbeitsplatzleuchte, sondern stets von einer bildschirmgerechten Arbeitsplatzbeleuchtung die Rede war – dies gilt ebenso für die Nachfolgenorm DIN EN 12464-1.

Daraus resultiert sowohl im planerischen Vorgehen als auch im Ergebnis ein großer Unterschied. In der Vergangenheit entstanden so tausendfach Bürohöhlen mit dunklen Decken und Licht-Schatten-Konfigurationen an den Wänden. Außerdem wurde die für eine zwischenmenschliche Kommunikation durchaus wichtige Ausleuchtung der anwesenden Personen mit einer natürlichen Wiedergabe der Gesichter völlig vernachlässigt.

Im Jahr 1990 war ein Budget von 20,00 €/m² die Regel, das in einem 14 m² großen Einzelbüro für zwei Spiegelrasterleuchten 1/58 W ausreichte. Schon damals kostete ein guter Bürostuhl etwa 1.500 € – also mehr als das Fünffache der Leuchten.

Die Gegenbewegung ließ nicht lange auf sich warten: Indirektsysteme, Direkt/Indirektsysteme und Stehleuchten. Der jeweilige Einsatz war mehr eine Glaubensfrage als vom Wissen geleitet.

Heute muss man für einen guten Bürostuhl 3.000 € und mehr ausgeben. Die Budgets für die Beleuchtung haben sich dagegen kaum erhöht und damit die Voraussetzungen nicht verbessert, um Büroarbeitsplätze zeitgemäß zu beleuchten.

Die Büronutzer wünschen sich helle Räume, vorzugsweise mit Tageslicht. Aufgrund der allgegenwärtigen Bildschirmdisplays ist ein reflexblendungsfreies Licht unbedingt erforderlich. Hinzu kommt, dass Arbeits- und Nutzungszeiten von Büroräumen sich verlängern sowie das Durchschnittalter der Mitarbeiter steigen wird. Die nachlassende Sehleistung im Alter lässt sich durch mehr Licht in hohem Maße kompensieren. Dabei gilt es, energieeffiziente Lösungen zu finden. Und dieses Spannungsfeld erfordert bei der Bearbeitung mehr als nur ein lichttechnisches Berechnungsprogramm.

Der Mensch im Büro wird in Zukunft mehr und vor allem differenzierteres Licht brauchen. Individualisiertes Licht, d.h. ein den Bedürfnissen und Gewohnheiten entsprechend beleuchteter Arbeitsplatz, wird die Zufriedenheit und damit die Motivation der Mitarbeiter steigen. Billiger wird Arbeitslicht nicht werden, aber es könnte sich lohnen."

 
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