Kommentar
Volker von Kardorff
Kardorff Ingenieure Lichtplanung, Berlin

- Kommentar
aus HIGHLIGHT 9/10 2006
Bürobeleuchtung im Wandel der Zeit
"Es ist mittlerweile ganz selbstverständlich, dass die Lichtplaner für die meisten Shopping Malls oder Museen Lichtkonzepte entwickeln, die eine motivierende Raum-atmosphäre vermitteln sollen – und das, obwohl sich die Menschen an diesen Orten nur verhältnismäßig kurze Zeit aufhalten. Da stellt sich die Frage, warum gerade die Beleuchtung des täglichen Arbeitsplatzes gemeinhin als 'leichte' Aufgabe angesehen wird, die jeder Haustech-niker beherrscht. Denn hier sind nicht nur die unterschiedlichsten Sehaufgaben zu bewältigen, sondern es wird von jedem Mitarbeiter über viele Stunden konzentriertes, erfolgreiches und fehlerminimiertes Arbeiten erwartet.
Jeder Arbeitsplatz ist umgeben von technischen Hilfsmitteln, wie Telefon, Computer mit Tastatur und Maus, Locher, Stift sowie – hoffentlich in der gleichen Reihe zu nennen – auch die Leuchte.
Das Licht muss funktionieren wie ein Werkzeug, ergonomisch perfekt, sich auf den Nutzer einstellen und Ausdruck seiner Ansprüche werden.
Allerdings ist Differenzierung gefragt: Mehrere Lichtkomponenten bis zu einer Leuchte, die der Mitarbeiter 'greifen' kann, müssen zusammenspielen. Dabei erlangt die Veränderung von Lichtstimmungen am Arbeitsplatz besondere Bedeutung, um auf Tageszeit sowie auf Art der Tätigkeit schnell und unkompliziert reagieren zu können.
Wünschenswertes Ziel an die Entwicklung für Licht am Arbeitsplatz ist daher nicht eine gesteigerte Einheitlichkeit; Vereinheitlichung, sondern die erhöhte Individualität. Vor allem steht die häufige Austauschbarkeit der Lichtlösungen in den Büros im auffallenden Gegensatz zur differenzierten Darstellung der Unternehmen sowie ihrer Arbeitsweise und Identität. Beleuchtungskonzepte für den Arbeitsplatz bleiben also weiterhin eine schwierige Aufgabe für die Lichtplanung.
Dabei erweist sich als besondere Herausforderung für die Lichtplaner, dass sie Konzepte für Räume ohne Kenntnis der späteren Nutzer entwerfen müssen. Auf jeden Fall sind da eine hohe Flexibilität und ein breites Angebot an Lichtstimmungen Erfolg versprechender als eine vereinheitlichte Lösung!"
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