Kommentar
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Peter Joehnk,
Joi-Design, Hamburg

- Kommentar
aus HIGHLIGHT 7/8 2009
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Emanzipation des Lichts von der Leuchte
Beim „Hospitality Design“ in Hotellerie und Gastronomie geht es vorrangig um „Atmosphäre“. Licht mit entsprechender Dramaturgie ist hier ein wesentliches Gestaltungselement!
Vor gar nicht langer Zeit befassten sich Designfragen hauptsächlich mit dem Aussehen der Leuchten. Heute geht es davon unabhängig um Lichtstimmungen, geprägt von der Qualität des Lichts, dessen Intensität und ebenso um Dunkelzonen wie um „Highlights“.
Es gibt gewaltige Fortschritte in der Beleuchtungs-technik, die das Lichtdesign stark beeinflussen und unabhängig vom „Geschmäcklerischen“ neue Ideen fordern. Ganz besonders gilt dies für LED, die mit minimalen Abmessungen, Farbigkeit, Energieeffizienz, langer Lebensdauer und geringer Wärmeentwicklung auftrumpfen.
Licht als immaterielles Gestaltungselement wird immer öfter für flächige Hinterleuchtungen benutzt – auch mit Farben bzw. Farbverläufen und/oder mit durchscheinenden Bildern. Genauso können Projektionen, z.B. bewegte Bilder, Räume beleuchten oder Reflexionen von indirektem Licht an der Decke oder auf semitransparenten Materialien Lichtstimmungen erzeugen.
… und übrigens gibt es kein Licht ohne Schatten! Auch dunklere Zonen müssen geplant werden, damit nicht alles in einer gleichmäßig hellen „Lichtsoße absäuft“! Viel Sorgfalt ist darauf zu verwenden, wo man das Lichtniveau absenken möchte, um an anderer Stelle einen Lichtakzent zu setzen.
Und dafür sind Energiesparlampen – unabhängig von ihrer Effizienz – ebenso wie Leuchtstofflampen nicht geeignet. Ihr ungerichtetes, diffuses Licht – nicht mehr als ein „orientierungsloser Lichtnebel“ wie an hellen Tagen bei bedecktem Himmel – bietet sich allenfalls für die „Grundbeleuchtung“ an. Das Licht- und Schattenspiel an Sonnentagen, das Plastizität schafft und Farben strahlen lässt, kann am ehesten mit Halogenlampen oder der guten alten Glühbirne erreicht werden – deren erzwungenes Aussterben alle Licht-„Gestalter“ bitterlich bedauern.
In Hotels und Restaurants gilt es, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, damit die Gäste wiederkommen. Licht als Teil einer Gesamtinszenierung setzt sich aus verschiedenen Leuchtmitteln und Lichtsteuerungen, Grund- und Akzentbeleuchtung, Hell- und Dunkelzonen, dekorativen Leuchtkörpern und flächigen Lichtinszenierungen zusammen – der Einsatz eines professionellen Lichtplaners ist fast unumgänglich.
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